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Leute an der richtigen Stelle saßen, kann bei dem riesenhaftenUmfange ihrer Geschäfte und angesichts der Tatsache, daßsie doch eine Kriegsimprovisation war, nicht wundernehmen.Dabei ist das, was sie an wirklich großen Leistungen voll-bracht hat, z. B. die Getreideversorgung aus Rumänien , mitdem gewaltigen Apparat für den Umschlag an der Donau unddie Verschiffung auf diesem Strom, nur einem kleinen Kreisbekanntgeworden. Darüber und mehr noch über die in schwie-rigen Verhandlungen im neutralen Ausland erreichten Liefe-rungsabkommen konnte aus begreiflichen Gründen währenddes Krieges nichts veröffentlicht werden, und die Leitung der„Z.E.G/ mußte Vorwürfe und Kritik stillschweigend übersich ergehen lassen.
Welches Riesengebäude aus dem in der Stunde der Notvon Ballin ins Leben gerufenen Reichseinkauf im Laufe derZeit wurde, kann man aus der Gesamtziffer der Umsätze er-sehen, die für die vier Jahre 1915—isi 8 sechseinhalb Mil-liarden Mark betrugen, damals bei anfangs fast noch nor-malem Geldwert ein viel größerer Betrag, als es uns heuteerscheint. Bis auf 800 Waggons pro Tag erhöhten sich dieEinfuhren zur Zeit der rumänischen Getreideversorgung! Dasgrößte Verdienst aber hat sich m. E. die Leitung der Gesell-schaft dadurch erworben, daß sie dem oben kurz geschildertenWirrwarr in der Einkaufstätigkeit im Auslande ein Endemachte und geordnete Zustände schuf. Welch' schwierige undZeitraubende Verhandlungen zur Überwindung dieser innerenReibungswiderstände erforderlich waren, davon kann man sichheute kaum noch einen Begriff machen.