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einerseits, Dokumentienmg der österreichischen Überlegenheit andererseits,aber am Ende doch ein Mißerfolg, weil die Österreicher numerisch zuschwach waren, um in die Ebene zu gelangen. And selbst wenn sie dieRäumung von Venetien erzwungen hätten, wäre nichts erreicht worden,da das Sterben und Verderben Italiens nicht von Österreich , sondernvon England abhängt, das es eher verhungem und in Kohlennot ver-gehen läßt, als ihm gestattet, einen Frieden zu schließen.
Trotz alledem scheint man im Hauptquartier, so klar wie die Lageist, doch unklar darüber zu sein, ob man im Westen und gegen Rußland zugleich, oder allein gegen Rußland mit allen verfügbaren Mittelnoffensiv werden soll. Ich habe für die energische und volle russischeÄktion schon vor Jahresfrist meinen allerdings ganz gering gewordenenEinfluß eingesetzt.
Es wird von einsichtsvollen, gut unterrichteten Männern mit Rechtdarauf hingewiesen, daß der Kaiser Arm in Arm mit Hindenburg undLudendorff, wenn's das Schicksal will, auch einen schlechten Friedenschließen könnte, ohne sich und seine Dynastie zu gefährden; aber es er-scheint zweifellos, daß der Einfluß Falkenhayns ganz überwiegend ist.
.Könnten wir uns heute mit Rußland einigen, so wären wir
in der glücklichen Lage, den Krieg mit England noch lange tragen zukönnen und auch mit Hilfe einer freien Uboot-Betätigung zu gutem Endezu führen. Dann könnte man auch die amerikanische Gefahr so niedrigeinschätzen, wie es jetzt schon viele Unkundige tun.
Meiner Ansicht nach sollte man also den Gedanken, daß der Kriegim Westen ohne Besiegung Rußlands für uns glücklich zu Ende gebrachtwerden kann, endlich abandonnieren. Man behauptet jetzt sträflicher-weise, daß die Westmächte Frieden machen werden, wenn sie gesehenhaben, daß die große Offensive, die wir jetzt erleben, ohne sichtbareErfolge bleibt. Das können natürlich nur Leute glauben, die England nicht kennen, und wer kennt bei uns in der Wilhelmstraße England?Jedenfalls erschreckend wenige.
.Sie haben gesagt, Sie würden sich freuen von mir zu hören,