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erhalten, und zwar auch maßgebenden Persönlichkeiten in derSchiffahrtsweg nicht aber Ballin, von dem man im vorauswußte, daß eine zustimmende Äußerung von ihm nicht zu er-langen sein würde. Allerdings wären die Ausführungen jenerDenkschrift, die mehr einer akademischen Seminararbeit ähnlichsah als einer Studie über eine politisch-militärische Maßnahme,von der unser Lein und Nichtsein abhing, nicht geeignet ge-wesen, Ballin in seiner Ansicht über den Abootkrieg zu er-schüttern, eine Ansicht, in der er später nur einmal und nurfür ganz kurze Zeit schwankend geworden ist unter dem Ein-druck irreführender Angaben über unsere Aboot-Ltreitkrästeund ihre Wirkungsmöglichkeit.
Die im Januar 1917 erfolgte Erklärung des Aboot-krieg es beendete dann mit einem Schlage sowohl die imVorstehenden erwähnte, durch Ballins Hände gegangene Frie-densaktion, wie auch die Friedensbemühungen des PräsidentenWilson, über die der Botschafter Graf Bernstorff inzwischender Öffentlichkeit ja Mitteilungen gemacht hat. In beidenFällen hätte es nur weniger Wochen Frist bedurft, um Klarheitdarüber zu schaffen, ob man auf einem dieser Wege zum Zielekommen konnte, bei der ersteren Aktion war eine Fühlungnahmevon der Gegenseite bereits eingeleitet. Daß die politischeLeitung das nicht durchgesetzt hat oder nicht durchsetzen konnte,ist sicher das schwerste Unglück gewesen, das uns in diesemKriege betroffen hat.
Ballins Sorgen schwanden keinen Augenblick, auch nicht nachder Erklärung des Abootkrieges trotz der Erfolge der Aboote,und sie richteten sich insbesondere auf die innere Lage in