Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
357
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an Sie wende, aber ich halte es für meine Pflicht und Schuldigkeit,Ihnen, hochverehrte Exzellenz, das einmal auszusprechen."

Im Mai 1917 machte Ballin, einer Einladung der (OberstenHeeresleitung folgend, einen Besuch im Hauptquartier,und fand dort eine starke Stimmung gegen den Kanzler. Auchden Kaiser sah er und bemerkt darüber in seinen Aufzeich-nungen:

,2ch habe mit dem Kaiser nach der sehr kurzen und kriegsgvnäßenMahlzeit mehrere Stunden allein gesprochen und fand ihn, meinerAnsicht nach, in einer viel zu optimistischen Stimmung. Er sowohl wieLudendorff setzen meines Trachtens gar zu große Hoffnungen auf denErfolg des Ubootkrieges; sie übersehen, daß wir uns die ganze Weltzum Feinde machen, und daß, solange wir nicht Munitionsschiffe unddie Schiffe, welche die Holzladungen nach England tragen, abschießenkönnen, die Aussicht, welche die Herren eröffnen, nämlich daß im Julidie Engländer auf den Knien liegen, mindestens sehr übertrieben opti-mistisch ist."

Seiner Meinung über diese optimistische Stimmung gab erbald darauf in folgendem Brief an einen Herrn der kaiser-lichen Umgebung nochmals Ausdruck:

»Ich kann den überaus schwungvollen, aber auch überaus rosig ge«färbten Brief nicht vergessen, den Sie die große Güte hatten, mirgestern Abend zu zeigen. 2ch glaube, die Herren, welche in der nächstenUmgebung unseres kaiserlichen Herren sich befinden, sollten nicht dieLage der Dinge so auffassen, wie Sie in dem interessanten Schreiben esgetan haben.

Sie glauben an Herrn.statistische Zahlen. 2ch habe mir

schon erlaubt, 2hnen gestern Abend zu sagen, daß die Statistik dieLüge in Zahlen ist, daß die Statistik, nach dem Wort eines geistreichenFranzosen, einem leichtfertigen Frauenzimmer gleicht, das jeder haben