Druckschrift 
Albert Ballin / Bernhard Huldermann
Entstehung
Seite
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der Reise kommend, sich bei der Direktion »neideten, selbst zuempfangen und zu sprechen. Selbstverständlich kannte er siealle persönlich, hatte er sie doch zum großen Teil noch selberin jungen Jahren eingestellt. Er kannte sie mit allen ihrenguten Eigenschaften und all der Griginalität, die so manchenvon ihnen auszeichnete, wie so manche andere Figur an derWasserkante" auch. Einem dieser Hamburger Griginale hater in einem Nachruf ein Denkmal gesetzt, der seiner warm-herzigen Menschenfreundlichkeit selbst das beste Zeugnis aus-stellt und schon deshalb nicht der Vergessenheit anheimfallensoll. Er erschien imHamburger Fremdenblatt", dessen Mit-arbeiter jenes Griginal war.

Mein Freund Kuskop.

Ich habe erst auf »»»einer Rückreise von England imFremdenblatt"die Nachricht von dem Hinscheiden Karl Kuskops gelesen; eine Kunde,die mich mit außerordentlicher Betrübnis erfüllt hat. Mit Kuskop isteines der wenigen und eins der besten Griginale, die uns noch übriggeblieben waren, dahingegangen und, da es mir nicht vergönnt war,»hin die letzte Ehre zu erweisen, so drängt eS mich, ihm einige Worteder Erinnerung zu widmen, obwohl Herr Dr. Gbst sein Andenkenschon in einem vortrefflichen Artikel gewürdigt hat. Denn einige Worteder Erinnerung glaube ich einem Manne schuldig zu sein, von dein ichfast dreißig Jahre hindurch stets nur Gutes »nid Freundliches gehörthabe.

Karl Kuskop war einGriginal" im besten Zinne des Wortes.Harmlos wie ein Kind, war er für seinen Beruf eigentlich gar nichtgeschaffen, und trotzdem hat er zwar nicht direkt, aber indirekt auf seinemPosten unendlich viel geleistet. Er erfreute sich einer Beliebtheit an-er Wasserkante, wie kein Zweiter sie je besessen hat. Meine persön-liche Bekanntschaft mit ihm leitete sich von Probefahrten und ähnlichen