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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
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Die Bekundung des letzteren hat dieKreuz-Zeitung " gesternabend veröffentlicht. Sie dürfte den Fall Erzberger entscheiden.

Jetzt schon läßt sich feststellen: Die verzweifelte Entlastungs-osfenswe, die Herr Erzberger am Freitag in der Nationalver-sammlung versucht hat und die von seinen Getreuen als großerSieg bejubelt und beklatscht worden ist, hat ein klägliches Endegenommen. Die angeblich von militaristischer und schwer-industrieller Seite vereitelte FriedensmögKchkeit vom Spät-sommer 1917 ist als Humbug und Betrug erwiesen. Der Kampfkehrt zu seinem Ausgangspunkt zurück: zu der w i r k l i ch v e r -eitelten und von Herrn Erzberger vereiteltenFriedensmöglichkeit im Frühsommer 1917.

Die Aussage des Grafen Czernin geht dahin, daß Erzbergerseinen nur für die beiden Kaiser und den deutschen Reichskanzlerbestimmten Jmmediatbevicht vom April 1917 hinter dem Rückenund ohne Wissen des Grafen von einernichtverantwort-lichen Seite" erhalten hat, daß Herr Erzberger den Berichtnichtgeheim hielt" und daß durch das Vorgehen des Herrn Erzbergerder Inhalt des Berichts zur Kenntnis unserer Feinde kam. Dienicht verantwortliche Seite" war der Kaiser Karl selbst, derwenige Wochen zuvor an seinen Schwager, den PrinzenvonParma, gleichfalls hinter dem Rücken seines Außenministers,jenen unverantwortlichen und verräterischen Brief geschriebenhatte. Herr Erzberger machte also mit dem Kaiser Karl undseiner Gemahlin aus dem Hause Bourbon-Parma hinter deinRücken der verantwortlichen Männer in Oesterreich -Ungarn undin Deutschland , wie ich vorgestern hier schon feststellte, Habs-burgische Politik.Ein jeder, der meinen Bericht liest,kann sich eine Vorstellung von den Folgen machen", sagt ebensoschonend wie vielbedeutend Graf Czernin . Die Folgen der Erz-bergerschen Geschäftigkeit und Indiskretion >,im Sinne seinerAuftraggeber," wie Graf Czernin bezeichnend sagt, waren ver-hängnisvoll: die Zerstörung der wohl einzigen undjedenfalls ern st haften Friedensmöglichkeit,der unglückliche Ausgang des Krieges, derErzbergerfriede.

Um die Wahrheit ans Mcht zu bringen, habe ich meinenKampf gegen den Reichsverderber Erzberger mit einer Schärfegeführt, die mir sonst widerstrebt, lediglich zu dem Zweck, eingerichtliches Versahren gegen mich zu erzwingen und in diesem