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Verfahren durch eidliche Bekundung den Tatbestand inunanfechtbarer Weise festzustellen. Herr Erzberger ist demgerichtlichen Verfahren ausgewichen. Er versteht es, zu leiden,ohne zu klagen! Jetzt ist die Sache weiter gediehen. Die Aus-sagen des Grafen Czernin und des Grafen Wedel ergeben denTatbestand des Landesverrates. O b e r r e i ch s a nwo l t undReichsgericht haben Anlaß, sich ernstlich mit dem Fall Erz-berger zu befassen. Jedenfalls aber muß der Staats-gerichtshof, dessen Errichtung die schwarz-rote Mehrheitmit so viel Eifer betreibt, sich alsbald mit diesem Fall beschäftigen.Ich werde das Meinige tun, um dies zu erzwingen, indem ichwegen der in der OeffentlickLeit gegen mich erhobenen Anschul-digungen alsbald nach Errichtung des Staatsgerichtshofs ein Ver-fahren beantragen werde.
Inzwischen aber bringt uns jeder Tag Erzberger-Wirtschastmoralisch, politisch und wirtschaftlich weiter in den Sumpf. DerMann mit der ehernen Stirn scheint gesonnen zu sein, ungeachtetder sich gegen ihn häufenden schweren Anklagen auf dem Sitzedes Reichsfinanzministers und stellvertretenden Reichsminister-präsidenten mit zufriedenem Lächeln weiter zu thronen. Undseine gefügige Mehrheit wird vielleicht trotz alledem den Mauer-«nschlag seiner „glänzenden Rede" beschließen.
Aber die Herren sollen sich nicht täuschen! Schon tönt vonallen Seiten die Frage, die zum Orkan anschwellen wird:HuouZfzue talltlow, (Zg.rg.1ivs —?
XXII.Pyrrhussieg.
(Helfferich in der „Kreuz-Zeitung" vom 30. Juli.)
Die schwarz-rote Mehrheit der Nationalversammlung hat demKabinett Bauer-Erzberger ihr Vertrauen votiert.„Vorwärts" und „Germania" rufen Viktoria! Die Reden derHerren Erzberger, Bauer und Müller sollen auf Kosten desReiches im deutschen Volke verbreitet werden. Der Volks -betrug, der von Herrn Erzberger mit seiner angeblichen „Ent-hüllung" über die angebliche Vereitelung der angeblich auf einemenglischen Friedensangebot beruhenden angeblichen Friedens-