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XII.
„Der Große Schlag des Herrn Helfferich."
(Erzberger in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung"vom 23. Juli.)
Von besonderer Seite wird uns geschrieben:Herr Helfferich sieht am Vorabend der großen Vermö-gensabgabe des Reichsnotopfers den geeigneten Augenblick, nachmehreren kleinen Vorfeldgefechten den ReichsfinanzmimsterErzberger mit schwersten Geschützen anzugreifen.Herr Dr. Helfferich läßt keinen Zweifel darüber, worauf es ihmbei seinem Sommerfeldzug ankommt: dnrch Aufwand schwer-ster Mittel die Persönlichkeit des Reichsfinanzministers, der dieVermögensabgabe durchführt, zu diskreditieren. Herr Helfferich weiß als kluger Mann, wie er sein Publikum fassen muß. Erarbeitet mit der Psychologie des Portemonnaies,indem er in geschickter Stilisierung sagt:
„Das Gesetz über die Vermögensabgabe und dessen Durch-führung läßt dem Reichsfinanzminister eine Macht über dieprivaten Vermögensverhältnisse eines jeden einzelnen in derHand, wie sie niemals einer Regierungsgewalt zustand."Damit hat sich Herr Helfferich die Plattform für die in die-sem Zusammenhang so zugkräftige Vertrauensfrage geschaffen,die selbstverständlich negativ zu beantworten er sich in folgen-dem bemüht, wobei er mit der nicht allzu glücklichen Zustimmungweiter Interessentenkreise zu dieser Problemstellung von vorn-herein rechnen zu können glaubt. Denn die Vertrauensfrage, sobedeutungsvoll sie an sich ist, ist hier ein sehr billiges Mittel, umProselytenzu machen. Mag Herr Helfferich die Ver-trauensfrage aufwerfen, dem Minister Erzberger geht es beiseinen Steuerplänen um Gerechtigkeit.
Von vornherein muß aber einer solchen Stilisierung, wiesie Herr Helfferich zu Anfang seines Artikels bringt, in schärf-ster Weise entgegengetreten werden. Die Sachlage so hinzustel-len, als ob der Reichsfinanzminister durch das Gesetz über dieVermögensabgabe eine große Macht über das Privatvermögenjedes einzelnen erwerbe, so daß man daraus folgern könne, daßer das Recht habe, nach freiein Ermessen in das Prioatvermögen
Fort mit Erzberger! < H