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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
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die Sache i st natürlich Unsin n." Der Abgeordnetehieß Erzberger , und die Sache war schlimmer als Unsinn. Herrv. Bethmann, dem ich alsbald berichtete, war empört überErzbergers Mitteilung an die Zentrumsfraktion. Es hatte beiihm überhaupt keine Konferenz über die Steuer-vorlagen stattgefunden, sondern Herr Erzberger hatte ihn amVormittag besucht und bei dieser Gelegenheit seine burgfriedlichcnBedenken gegen die Kriegssteuern vorgebracht. Der Kanzler hatteihn ablaufen lassen. Das hatte Herrn Erzberger nicht gehindert,unter Berufung auf die Zustimmung des Kanzlers die Zentrums-fraktion gegen die Kriegssteuern zu alarmieren! Ich habe meineFeststellung bei Herrn v. Bethmann noch am gleichen Abendschriftlich an Herrn Dr. Spähn zur Verwertung in derZentrumsfraktion mitgeteilt. Darüber, daß Herr Erzberger hierwieder einmal abgefaßt wurde, als er vergnügt wie immer auf Nebenwegen der Wahrheit wandelte, will ich nichtweiter reden. Es bleibt hier nur die Konstatierung, daß derMann, der seinerzeit das Betreten des Steuerweges mit solchenMitteln zu verhindern suchte, heute den Vorwurf derLeicht-fertigkeit" gegen diejenigen erhebt, die den Steuerweg nicht recht-zeitig und energisch genug beschritten hätten!

So ist es mit derKred itwürdigkei t" des Mannesbestellt, der den Kredit des Reiches wieder in Ordnungbringen soll! Für heute genügt mir diese Abwehr des Versuches,die Sünden der Revolution auch auf dem Gebiet der Finanzendemalten Regime" aufzubürden. Auf den positiven Teil derPläne des Reichsfinanzministeriums werde ich demnächst zurück-kommen.

IX.

Telegramm des Wolffschen Telegraphen-Bureaus.

Weimar , 10. Juli.Von unterrichteter Seite wird erklärt: Der frühere Staats-sekretär des Reichsschatzamtes, Dr. Helfferich, behauptet inlängeren Ausführungen in Nr. 315 derKreuz-Zeitung " vom9. d. M., der Rvichsfmanzminister Erzberger habe Anfang1916 Herrn v. Bethmann Hol l weg gegenüber bürg-'frie-dliche Bedenken gegen die von Dr. Helfferich ein-