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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
61
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einer durch neutrale Vermittlung unternom-menen deutschen Friedensinitiative stand.

Allein schon daraus ergibt sich ohne daß ich weiterenFeststellungen vorzugreifen brauche, daß die angeblicheFriedensbereitschaft Englands im August-September 1917 nichts ist als eine Seifen-blase, daß England gar nicht daran dachte, um den Preis derWiederherstellung Belgiens Frieden zu machen, sondern auf demStandpunkte der hochmütigen und siegessicherenAblehnung eines Ver st ändigungsfriedens be-harr t e, auf dem es sich im Laufe des Sommers wieder ge-stellt hatte. Die guten Absichten des Papstes, deroffenbar den einen mit dem guten Willen des anderen versöhn-lich zu stimmen suchte, kann daran nichts ändern.

Es bleibt dabei: Die einzige ernsthafte Frie-densmöglichkeit während des ganzen Kriegesbestand im Sommer 1917, und diese Friedens-möglichkeit hat Herr Erz berger zerstört.Dafür hat Herr Erzberger sich zu verantworten. Für sein Ver-halten während des Waffenstillstandes und bei den Friedensver-handlungen ebenso. Und das Gebiet der Reinlichkeit wird auchnicht vergessen werden. Schlagen Sie Finten, soviel Sie wollen,Herr Erzberger! Ich bleibe Ihnen an der Klinge!

XVIII.

Erzbergers Volksbekrug.

(Helfferich in derKreuz-Zeitung " vom 28. Juli.)

Die Veröffentlichung des früheren Reichskanzlers Michae-lis und des Generals Ludendorff, meine eigenen Fest-stellungen in derKreuz-Zeitung " vom letzten Sonnabend, sowiemeine weiter angestellten Nachforschungen gestatten ein in dengroßen Zügen vollständiges und unanfechtbares Urteil über denErzbergerschen Vorstoß, obgleich der Wortlaut der D epesche der britischen Regierung an ihren Ver-treter b,e i m V a t i k a n, die dasenglische Friedensangebot"enthalten haben soll, immer noch nicht veröffentlicht ist und ob-gleich auch eine Äußerung des für die diplomatische Behandlung