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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
Entstehung
Seite
62
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der Angelegenheit sachlich in erster Linie verantwortlichen Herrnv. Kühlmann noch fehlt.

Ich kann heute im Zusammenhang folgendes feststellen:

1. Das Telegramm des Foreign Office, aufdessen Veröffentlichung im ungekürzten Text und in der Ur-sprache unter allen Umständen bestanden werden muß. war inder Tat nichts anderes als eine Stellung-nahme des Foreign Office zu der Friedens-note, die der Papst am 1. August an alle krieg-führenden Mächte gerichtethatte. Das Telegrammwar also kein Schritt aus der Initiative derenglischen Regierung.

2. Der Inhalt des Telegramms war nichtsweniger als ein Friedensangebot: er unterschiedsich kaum von der unverschämten Antwort, die von den Entente-mächten am 1V. Januar 1917 auf die Friedensnote des Prä-sidenten Wilson erteilt worden war und die im deutschenVolk bei allen Parteien, sogar bei Herrn Erzbcrger, einhelligeund entrüstete Ablehnung fand.

3. Der ern st eWilledesPav st es,den Friedenherbeizuführen, hat diesen, den kaum aussichtsvollenVersuch unternehmen lassen, durch eine Erkundung der deut-schen Absichten über Belgien die Friedenssache vorwärts zubringen.

4. Der Reichskanzler und der Staatssekretärdes Auswärtigen haben den Brief des Nuntius, in demdie deutsche Regierung um eine Klarstellung ihrer Stellung zurbelgischen Frage ersucht wurde, zum Anlaß genommen, indem Kronrat vom 11. September eine Entschei-dung des Kaisers herbeizuführen, die ihnen für die be-dingungslose Wiederherstellung der belgi-schen territorialen Integrität und der vollenbelgischen Souveränität für den Zweck derEinleitung und Durchführung von Friedens-verhandlungen vollkommen freie Hand gab.

5. Reichskanzler und Staatssekretär, diezwar geneigt waren, an die nicht vorhandene englischeInitiative auf Grund der Mitteilungen des Nuntius zu glau-ben, waren auf Grund des Wortlautes der Depesche der ForeignOffice und anderer Wahrnehmungen skeptisch in bezug auf die