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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
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Ehrlichkeit des britischen Willens zu einemVerständigungsfrieden. Eine Nachprüfung diesesbritischen Verständigungswillens erschien vor einer Festlegungunseres Verzichtes auf Belgien erforderlich. Diese Nachprüfungwurde aus den von Herrn Michaelis angegebenen Gründen, dieteilweise in der Indiskretion des Herrn Erzberger lagen, aufeinem andere nWegalsüberdenVatikan versucht.Die für diesen Zweck gewählte neutrale Vertrauensperson wurdedahin informiert, daß Voraussetzung für Friedensverhandlun-gen sei: die Erhaltung unseres vorkriegeri-schen Besitzstandes einschließlich der Kolo-nien, die Abstandnahme von Kriegsentschä-digungen und der Verzicht auf einen Wirt-schaftskrieg nach demKrieg; also das Programmder Juliresolution.

6. Die Nachprüfung i>er britischen Frie-denswilligkeit und Verhandlungsbereit-schaft hatte ein negatives Ergebnis.Das Wesentliche dieses Sachverhalts, das Fehlen jederbritischen Initiative zu einem Friedensschritt und die gänzlicheAbneigung Englands und seiner Verbündeten, mit Deutschland dessen Kriegsziele auch nur zu diskutieren, läßt sich nachkontrol-lieren an Hand der russischen Geheimdokumente.Über den vorliegenden Fall hat der russische Geschäfts-träger in London an seine Negierung berichtet:

Balfour berief heute die Vertreter der verbündetenGroßmächte. Frankreich, Italien, Amerika, Japan und Rußland ,und machte folgende streng vertrauliche Mitteilungen: Derspanische Minister erklärte dem großbritannischen Botschafter inMadrid, daß eine sehr hochstehende Persönlichkeit in Berlin denWunsch ausgesprochen habe, mit England in Friedensverhand-lungen einzutreten. Die großbritannnische Regie-rung ist nach dem Empfang dieser Meldungihres Vertreters vor die Alternative gestelltworden, entweder die Erklärung Deutsch-lands unbeantwortet zu lassen oder aber mitmöglichster Vorsicht zu antworten. Der erstereWeg würde der deutschen Regierung die Möglichkeit geben,die Weigerung Englands zur Festigung ihrereigenenStellung in Deutschland auszunützen und, was noch