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wichtiger ist, die schon ohnehin reichlich verwerfliche Agitationin Rußland zu stärken in dem Sinne, daß England direkt dievöllige Vernichtung Deutschlands wünsche und Rußland unddie anderen Verbündeten mitziehe. Die großbritannischeRegierung wird daher durch ihre Botschafter in Madrid folgende Antwort geben:
Die Regierung Seiner Majestät wäre bereit, eine Mit-teilung entgegenzunehmen, welche die deutsche Regierungihr über den Frieden abzugeben wünsche, und diese Mitteilungmit ihren Verbündeten zu beraten. . . .
Bei der Beratung dieser Frage sind wir zu dem einheitlichenSchluß gekommen, daß es das Bestreben Deutschlands ist, dieAlliierten in eine Prüfung der Friedensbedingungen Deutsch-lands hineinzuziehen. Der jetzige Versuch Deutschlands bestätigt die in meinem Telegramm Nr. 761 ausgesprochenenBefürchtungen."Dieser Bericht ergibt: Eine vermeintlich aus deutscher Initiative hervorgegangene Anfrage wegen der Möglichkeit vonFriedensverhandlungen wird nur aus taktischenRücksichten nicht einfach unbeantwortet gelassen: man willdie deutsche Regierung durch eine solche Schroffheit nicht gegen-über dem eigenen Volke stärken und man will den russischenBolschewismen nicht durch das offene Bekenntnis zur VernichtungDeutschlands Wasser auf die Mühlen leiten. Darum eine Ant-wort, aber eine „möglichst vorsichtige"! Man erklärtnicht, daß man zu Verhandlungen bereit ist, sondern manwill sich darauf beschränken, eine deutsche Mitteilung ent-gegenzunehmen und mit seinen Verbündeten zu beraten. Dennman will sich um keinen Preis in eine Prüfungder deutschen Friedensbedingungen „hinein-ziehen" lassen. Man ist eben entschlossen, dieeigenen Friedensbedingungen Deutschland einfach aufzuerlegen. Niemand von den Vertretern derAlliierten hat sich danach gesorgt, wie man die vermeintliche deut-sche Initiative behandeln müsse, um zum Frieden zu kommen: dieeinzige Sorge war, wie die deutsche Anfrage zu behandeln sei,um in einer für die Alliierten nicht geradezu kompromittierendenForm Friedensverhandlungen unmöglich zu machen! — Derspanische Minister des Auswärtigen scheint über die ablehnendeKälte des britischen Kabinetts so betroffen gewesen zu sein, daß