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Fort mit Erzberger! / von Karl Helfferich
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Auffassung, die auch späterhin von dem Grafen Hertlingund Herrn v. Kühlmann mit Zustimmung der regie-renden Reichstags Mehrheit unter Führungdes Herrn Erzberger vertreten worden ist. Am24. Januar 1918 hat Graf Hertling im Reichstag aus-geführt, solange unsere Gegner nicht die Inte-grität unseres Gebietes als die einzig mög-liche Grundlage von Friede ysverhandlungenanerkennen, müsse er eine Vorwegnahme derbelgischen Frage aus der Gesamtdiskussion ab-lehnen. Und noch am 24. Juni 1918 hat Herr v. Kühl-mann im Reichstag erklärt, die Unversehrtheit des Grund-gebietes des Deutschen Reiches sei nach wie vor eine notwendigeVoraussetzung für die Aufnahme irgendwelcher Friedens-gespräche: der englische Vorwurf, daß wir nicht bereit seien, inder belgischen Frage öffentlich Stellung zu nehmen, sei unberech-tigt; wir betrachteten Belgien als eine der Fragen in dem Gesamt-komplex und müßten es ablehnen, in der belgischenFragesozusagen als Vorleistung" Erklärun-genabzugeben,dieunsbindenwürden,ohnedieGegner auch nur im gering st enfe st zulegen.

Wenn im September 1917 trotz der dem spanischen Ver-mittler gegebenen Instruktionen Friedensverhandlungen nichtzustande gekommen sind, so lag das n i ch t a n M i ch a e l i s u n dHindenburg , nicht an Kühlmann und Luden-dorf f , sondern einzig allein an unsern Gegnern, namentlich anEngland , das keine Friedensverhandlung, son-dern nur einen Diktatfrieden wollte.

Und wenn England mit seinen Verbündeten damals sicher zusein glaubte, auf einem Diktatfrieden bestehen zu können, so lagdas in erster Linie an Herrn E r zb e r g e r, der im Frühsommer1917im Sinneseiner Auftraggebe r", des KaisersKarl und der Familie Bourbon-Parma , Politik aufeigene Faust gemacht, damitdie damals heran-reifende Friedensmöglichkeit zerstört undun-sereGegner inder Ueberzeugung von dem nahebevorstehenden Zusammenbruch der Zentral-mächtebestärkthatte.

Zu der Zeit, als nach der Erzbergerlegende der Frieden umden Preis von Belgien zu haben war, erklärte der französische