dem Ausbruch des Krieges vorangingen, in allen ihren Einzelheitennachzugehen. Vielmehr kommt es hier nur darauf an, die wich-tigsten Vorgänge, die den Krieg herbeigeführt haben, an der Handder von den Dreiverbandsmächten selbst gelieferten Beweisstückevor der Welt darzulegen.
Zu diesem Zwecke sollen zunächst diejenigen Schritte festge-stellt werden, die den Kriegsausbruch unmittelbar veranlasst haben.Hiervon ausgehend sollen die Fäden nach rückwärts verfolgt undnach Möglichkeit entwirrt werden.
Der Brandstifter..
Ueber den unmittelbaren Anlass zum Kriegsausbruch kann einZweifel nicht bestehen. Der Anlass war die in der Nacht vom30. auf den 31. Juli von dem Zaren angeordnete allgemeine Mobil-machung der russischen Streitkräfte zu Wasser und zuLande und die Weigerung Russlands , diese Massnahme, demVerlangen Deutschlands entsprechend, rückgängig zu machen.
Es ist wichtig, gleich hier festzustellen, dass die russische Re-gierung sich darüber vollkommen im klaren war, dass die Anord-nung der allgemeinen Mobilmachung und die Aufrechterhaltungdieser Massnahme den Krieg mit Deutschland unvermeidlich machenmusste. Auf offiziellem und inoffiziellem Wege ist der russischenRegierung rechtzeitig mit allem Nachdruck klar gemacht worden,
überreicht hat, und deren Inhalt hieb, auf die deutschen militärischen Vor-bereitungen an der elsass-lothringischen Grenze bezieht (Blaubuch No. 106,Anlage 3). Durch die Datierung dieser Nute vom 30. Juli soll der Eindruckerweckt werden, als ob damals und bereits in den Tagen vorher die deutschenTruppen schon hart an der Grenze gestanden und durch Patrouillen die Grenzesogar überschritten hätten. Die Notiz beginnt im Wortlaut der dritten Aus-gabe des Blaubuches: „L'armee allemande a ses avant—postes sur nos bornes-frontieres, hier par deux fois des patrouilles allemandes ont pehetre sur notreterritoire" (die deutsche Armee hat ihre Vorposten an unserer Grenze, gesternsind deutsche Patrouillen zweimal in unser Gebiet eingedrungen).
„Gestern" heissfc in einer am 30. Juli überreichten Notiz natürlich der29. Juli. Der 29. Juli war ein Mittwoch. In dem ersten Druck des Blau-buchs hiess aber „hier, vendredi" (gestern, Freitag); der vendredi ist erst später,als man die Unstimmigkeit bemerkte, gestrichen worden. Hieraus ergibt sich,dass die angeblich am 30. Juli überreichte Notiz überhaupt erst am Sonnabend,1. August, verfasst sein kann, ganz abgesehen davon, dass weder am 29. nocham 31. Juli eine Grenzüberschreitung stattgefunden hat.