Rede, gehalten bei der Siemens-Gedenkfeier in der TechnischenHochschule in Charlottenburg , am 13. Dezember 1916.
Namens des Herrn Reichskanzlers, der zu seinem grossenBedauern verhindert ist, hier zu erscheinen, habe ich die Ehre,Sie begriissen und einige Worte an Sie richten zu dürfen.
Es wäre vermessen, wenn ich in diesem Kreise der hervor-ragendsten Fachmänner es unternehmen wollte, den Gelehrten undErfinder, den Techniker und Industriellen in Werner von Siemens zu würdigen. Aber die grosse Zeit, in der wir den hundertsten Ge-burtstag dieses grossen Deutschen begehen, legt es mir und wohlauch Ihnen, meine Damen und Herren, ganz besonders nahe, das Ein-zelleben und Einzelschicksal zu der Wucht des Geschehens auf derWeltenbühne in Beziehung zu setzen. Das Gesetz der Erhaltung derKraft gilt auch im Völkerleben. Aber die Kraft, die ein Einzellebenumschliesst, verliert sich bis auf die seltensten Ausnahmefälle inder Massenerscheinung der Völkergeschicke. Nur wenige gott-begnadete Menschen dürfen von sich sagen: „Es wird die Spurvon meinen Erdentagen nicht in Aeonen untergehen."
Auf Werner von Siemens findet dieses Wort seine Anwendung,nicht im Ueberschwang einer feierlichen Gedächnisrede, sondern imSinne unbefangener historischer Würdigung. Werner von Siemens hat seine Zeit in unverkennbaren Zügen mit gestaltet. Wir stehenheute auf Grundmauern, denen er starke Steine eingefügt hat,wir bauen auf diesen Grundmauern weiter und die kommendenGeschlechter werden desgleichen tun.
Ich denke dabei nicht an die Einzelleistungen, so gross undweltbewegend sie sind. Wenn Werner von Siemens das dynamo-