Reichshaushalt 1916 — Kriegssteuernund vierte Kriegsanleihe.
Rede vom 16. März 1916.
Meine Herren, die neue Tagung, zu der Sie im zwanzigstenMonat des Krieges zusammengetreten sind, gilt vor allem denFragen des Reichshaushalts. Zum zweitenMale habe ich Ihneneinen Haushaltsetat vorzulegen, dem der Krieg das Gepräge gibt.Aber während vor einem Jahre der Reichshaushalt mehr eineFormsache war, bei der grössere sachliche Meinungsverschieden-heiten kaum hervortreten konnten, liegt diesmal die Sache anders.Diesmal sind mit dem Haushaltsetat Fragen von grosser sach-licher Bedeutung verbunden, in der die Meinungen allerdings aus-einandergehen können. Die verbündeten Regierungen sind sichhierüber klar; sie sind aber auch überzeugt, dass Ihre Verhand-lungen über diese Fragen von dem gleichen, aus der grossen Zeitgeborenen Geiste durchdrungen sein werden wie Ihre bisherigenBeratungen, von dem Bewusstsein der untrennbaren Zusammen-gehörigkeit des deutschen Volkes und von dem einheitlichen Willen,in diesem Kriege unser Volkstum siegreich zu behaupten und fürVolk und Reich die Zukunft zu sichern.
Ich darf um Ihre Erlaubnis bitten, Ihnen zunächst den Etatund die Steuervorlagen in ihrem Zusammenhange darzulegenund im Anschluss daran ein kurzes Bild über unsere finanzielleKriegslage zu geben.
Ich beginne mit dem Etat. Wie im vorigen Jahre, so müssenwir auch diesmal im allgemeinen darauf verzichten, Ihnen einenauch nur einigermassen zuverlässigen Voranschlag der Einnahmenund Ausgaben der einzelnen Zweige der Reichswirtschaft vor-zulegen. Wir haben deshalb entsprechend dem schon im Etat von1915 angewandten Verfahren bei den meisten Kapiteln und Titeln