An die Gewerkschaften.
Rede, gehalten auf dem Kongress der Arbeiter- und Angestellten-Verbände, am 12. Dezember 1916.
Meine Herren! Namens der Reichsleitung habe ich die Ehreund Freude, Sie zu begrüssen und der Arbeit, zu der Sie hierversammelt sind, den besten Erfolg zu wünschen. Wie Ihr HerrVorsitzender bereits mitgeteilt hat, bedauert der Herr Reichskanzleraufrichtig, dass er persönlich nicht kommen kann. Er hat michbeauftragt, Ihnen seine Grösse und seine Wünsche zu übermitteln.
Ihre Versammlung gilt der Mitwirkung der deutschen Arbeiter-und Angestelltenorganisationen an der Durchführung des Gesetzesüber den vaterländischen Hilfsdienst. Diese Ihre Mitwirkung heisseich namens der Reichsleitung herzlich willkommen.
Meine Herren! Es war für uns kein leichter Enlschluss,das deutsche Volk nach 2y 3 Jahren schwerer Kriegsnöt durchein in alle Verhältnisse so tief eingreifendes Gesetz zu einejrneuen Steigerung von Opfern und Leistungen aufzurufen. DerEntschluss ist gefasst worden als der beste und sicherste Wegzum grossen Ziel. Unter dem Druck der unerhörten Anstrengungenunserer Feinde, in dem Trommelfeuer der gewaltigsten Schlachtder Weltgeschichte ist der vaterländische Hilfsdienst geboren. Erist die Antwort der Heimat auf den Ruf der kämpfenden Truppe.Er ist aber auch die Antwort des deutschen Volkes auf den Ver-nichtungswillen unserer Gegner.
Meine Herren, das deutsche Volk hat den Krieg nicht gewollt.Der Deutsche Kaiser und seine Regierung haben alles getan, wasin ihrer Macht stand, um den Krieg zu vermeiden. Auch auf derSonnenhöhe unserer Waffenerfolge haben wir uns bereit gezeigt,die Hand zu bieten zu einem Friedensschluss, der dem DeutschenReich seine Stellung unter den Nationen, dem deutschen Volk
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