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reichen, um unsere Widerstandskraft zu stärken und die unver-meidlichen Zerstörungen, die ein Weltkrieg auf wirtschaftlichemund finanziellem Gebiet mit sich bringt, auf ein Mindestmasszu beschränken. Das ganze arbeitende Deutschland ist von demeinen Gedanken durchdrungen, dass wir nicht nur mit den Waffen,sondern auch wirtschaftlich und finanziell die Sieger bleibenmüssen.
Der Zustand Belgiens unter der deutschenOkkupation.
(Aus der Norddeutschen Allg. Zeitung vom 10. September 1914.)
Die zahlreichen Nachrichten, namentlich der ausländischenPresse, über die Fülle von Zerstörungen, die der Krieg in Belgien angerichtet hat, lassen ein Bild des Grauens entstehen. Man hörtimmer nur von niedergebrannten Ortschaften und Städten, vonniedergeschossenen Einwohnern, von verwüsteten Feldern. Aberauch ohne die zahlreichen, häufig übertriebenen und oft genugerfundenen Einzelschilderungen genügt die blosse Vorstellung, dassein gewaltiges Heer von vielleicht achtmalhunderttausend Mannin wenigen Wochen unter fortgesetzten schweren Kämpfen durchBelgien als Feindesland hindurchzog, um das Bild eines rauchendenSchutt- und Trümmerhaufens zu erwecken.
Trotzdem ist dieses Bild nicht richtig.
Ich hatte in den letzten Tagen Gelegenheit, grosse Teile desvon unseren Heeren okkupierten Landes zu sehen: die Gegendzwischen Aachen und Lüttich , die Strecke Lüttich — Tirlemont —Löwen — Brüssel, die Gegend zwischen Brüssel und Namur, dasTal der Sambre aufwärts bis vor das belagerte Maubeuge ein-schliesslich des Industriegebiets von Charleroi , das Hügellandzwischen Sambre und Maas, das Tal der Maas von Dinant ander belgisch-französischen Grenze abwärts bis nach Lüttich ,schliesslich die grosse Ardennenstrasse von Lüttich bis Arlon imsüdöstlichen Zipfel des belgischen Luxemburg.
Die augenfälligen Verheerungen des Krieges, wie sie einem