Rede zum Reichsetat für 1915und zur zweiten Kriegsanleihe,
vom 10. März 1915.
Meine Herren! Zum dritten Male, seit die Waffen das grosseWort sprechen, haben Sie sich hier zu einer Kriegstagung ver-sammelt, um im Verein mit den verbündeten Regierungen überdie Reichsgeschäfte zu beraten.
Der Hauptgegenstand Ihres Arbeitsprogramms ist die Fest-stellung des ReichshauSshaltsetats für das kommendeRechnungsjahr und die Bereitstellung der für die Fort-führung des Krieges erforderlichen Mittel. Diesem Um-stände verdanke ich als Leiter der Reichsfinanzen die Ehre,Ihre Beratungen einleiten und Ihren Arbeiten namens derverbündeten Regierungen Erfolg und Segen wünschen zu dür-fen. Ich zweifle nicht, dass diese guten Wünsche und dieHoffnungen, mit denen das ganze Land Ihre Beratungen begleitet,in Erfüllung gehen werden; denn ich weiss — und der HerrPräsident hat das vorhin in seiner Begrüssungsansprache aus-drücklich bestätigt —, dass auch dieses hohe Haus von demeinen grossen Gedanken durchdrungen ist, der heute in allendeutschen Herzen wohnt, von dem einen Gedanken: zusammen-zuhalten und durchzuhalten, alle Kräfte einsetzen und alle Opferzu tragen bis zum endgültigen und vollgültigen Siege.
Meine Herren, es ist mir heute zum ersten Male beschieden,als Vertreter der Verbündeten Regierungen vor diesem hohen Hausezu erscheinen. Ich glaube, eine Pflicht zu erfüllen, und glaube,auch in Ihrem Sinne zu sprechen, wenn ich bei dieser erstenGelegenheit zum Ausdruck bringe, wieviel das Reich und wieviel