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Das gleiche sehen wir bei den Sparkassen. Die Einlagenbei den deutschen Sparkassen waren am Ende des Jahres 1914um nicht weniger als 900 Millionen Mark höher als ein Jahr»zuvor. Dieser Zunahme um 900 Millionen Mark bei den deutschenSparkassen steht bei den französischen Sparkassen ein Abgangum 120 Millionen Franken gegenüber. Der Monat Januar allein,— da kommen ja nun Mieten, Zinsen und ähnliches mit in Be-tracht — hat bei den deutschen Sparkassen nach einer vor-läufigen Berechnung eine Zunahme in der kolossalen Summe von390 Millionen Mark erbracht, während in Frankreich der Bückgangsich fortsetzt. Und bei der Beurteilung der Zunahme für dasJahr 1914 dürfen Sie überdies nicht vergessen, dass unsere Spar-kassen und die Einleger unserer Sparkassen sich in grossem Um-fange an der Zeichnung der ersten Kriegsanleihe beteiligt haben,dass allein mehr als 800 Millionen Mark bei unseren Sparkassenauf die Kriegsanleihe gezeichnet worden sind.
Die Ursache dieser auf den ersten Blick erstaunlichen Ent-wickelung ist, dass unsere Volkswirtschaft sich in geradezu wunder-barer Weise dem Kriege angepasst hat, dass ferner die grossenZahlungen des Beiches für den Krieg so gut wie ausschliesslichdem inländischen Verkehr wieder zufliessen, sei es direkt durchdie Bezahlungen für Lieferungen an die Landwirtschaft, an dieIndustrie usw., sei es indirekt durch die Auszahlung der Besol-dungen im Felde, die ja dann durch Sendungen unserer Truppenzum grössten Teil wieder nach Deutschland zurückkommen. Esliegt also hier ein Kreislauf vor, und zwar nicht etwa ein circulusvitiosus, sondern ganz im Gegenteil ein sehr gesunder und wohl-tätiger Kreislauf, ein Kreislauf, der uns hoffen lässt, dass auchdie Zeichnung auf die zweite Kriegsanleihe den notwendigen vollenErfolg bringen wird.
Meine Herren, nach allen diesen günstigen Momenten darfich einen Punkt nicht übergehen, in dem die feindliche Kritik,die Kritik in der Presse des feindlichen und teilweise auch desneutralen Auslandes, am stärksten einsetzt, um unsere Finanzkraftzu diskreditieren. Dieser Punkt ist der ungünstige Stand unsererauswärtigen Wechselkurse. Ich hatte in den letzten Wochenund Monaten häufig Gelegenheit, mit Finanzleuten neutraler Länder