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in das Thema, das gestern der Herr Reichskanzler berührt hat.Man kann darüber lachen. Aber auf der anderen Seite müssenwir uns darüber klar sein, dass diese systematische und fort-gesetzte Herabsetzung unserer Finanzkraft, diese Verleumdungdessen, was in Deutschland geschieht, uns bisher im Laufe diesesKrieges unendlichen Schaden getan hat. Wir haben alles Interessedaran, dass auch dieses Lügengewebe, dass auch die Verleumdungauf dem Gebiete des Finanzwesens ganz energisch zerrissen wird.
Meine Herren, von den Darlehnskassen komme ich zu denSparkassen. Unsere Sparkassen dürfen — das kann ich hieraussprechen — wirklich der Stolz des deutschen Volkes sein.Sie haben im Jahre 1913, also in dem Jahre vor dem Kriegs-ausbruch, mit ihren Einlagen um rund eine Milliarde zugenommen,und im Jahre 1914 haben sie trotz der fünf Kriegsmonate eineeine Zunahme an Einlagen zu verzeichnen, die sich insgesamtauf 900 Millionen Mark belief, obwohl auch im Jahre 1914 schonerhebliche Einzahlungen für die erste Kriegsanleihe aus Spar-kassenguthaben geleistet worden sind. In den ersten sechs Mo-naten des Jahres 1915 hat sich der Zugang bei den Sparkassenauf nahezu 1500 000 000 Mark belaufen. Dieser Zugang ist aller-dings vollständig aufgebracht worden für die gleichzeitigen Ein-zahlungen auf die Kriegsanleihe, auf die bei den Sparkassen einBetrag von 1800 000 000 Mark gezeichnet worden ist. Aber schonheute, wenn noch die drei Monate hinzukommen von Anfang Julibis zu der ersten Einzahlung auf die neue Kriegsanleihe, kannman sagen, dass unsere Sparkassen wieder vollkommen intaktsind, dass sie mit einem Einnahmebestand von wesentlich mehrals 20 Milliarden Mark stärker sind als jemals vor Kriegsausbruch.
Aehnlich günstig stehen die Dinge auch bei unseren Banken,soweit meine Informationen reichen. Auch hier haben die Depo-siten nach der starken Inanspruchnahme durch die Einzahlungenauf die zweite Kriegsanleihe sich wieder auf ihren alten Standerhoben. Ja, sie haben teilweise die bisherigen höchsten Zahlenüberschritten.
Die Flüssigkeit des Geldes und das Gefühl der finanziellenStärke und Gesundheit hat sich stellenweise spgar in spekula-tives Treiben an den Börsen umgesetzt. Aber wie Ihnen bekannt