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4Vä auf 5 Prozent. Sogar das Projekt einer grossen Lotterieanleihescheint in englischen Finanzkreisen und Regierungskreisen (alsrettender Ausweg aus der schweren Lage ernstlich erwogen wordenzu sein.
Meine Herren, demgegenüber glaube ich konstatieren zu kön-nen : Wir sind unbeirrt unseren Weg gegangen. Das über Erwartenglänzende Ergebnis der letzten Anleihe hat, wie ich damals betonte,uns die Möglichkeit gegeben, bis zu diesem Frühjahr ohne neueAnleihe auszukommen und ohne irgendwie die Institute und dieMöglichkeiten, die uns für die Finanzierung des Krieges zur Ver-fügung stehen, über Gebühr in Anspruch zu nehmen. Und jetzt,wo wir die neue Anleihe brauchen, dürfen wir uns vertrauensvollerneut an das deutsche Volk wenden.
Ich darf Ihnen mit kurzen Strichen die Lage zeichnen, inder wir zur vierten Kriegsanleihe geschritten sind. Von unserender wir zur vierten Kriegsanleihe geschritten sind. Von unserenKriegskrediten, die im Dezember vorigen Jahres auf insgesamt40 Milliarden Mark gebracht wurden, haben wir noch 15 Milliardenfrei für die Anleihebegebung. Natürlich ist ein erheblicher Teildavon bereits in Form von Schatzanweisungen ausgegeben, diewir durch die neue Anleihe zu konsolidieren haben. Nach derBegebung der Anleihe werden wir abermals der einzige krieg-führende Staat sein, der seine ganzen Kriegsaufwendungen durchlangfristige Anleihen gedeckt haben wird, während die unkonso-lidierten kurzfristigen Schulden Englands etwa 15 Milliarden Markbetragen Und die kurzfristige Schuld Frankreichs diesen Betragüberschritten haben dürfte.
Unsere monatlichen Kriegsausgaben hatten sich in demletzten Viertel des Jahres 1915, wie ich im Dezember hier mit-teilte, über den Stand von 2 Milliarden Mark erhoben. Ich kannIhnen heute die erfreuliche Mitteilung machen, dass die Ausgabender Monate Januar und Februar hinter dem Betrage von 2 Mil-liarden Mark wieder zurückgeblieben sind, und dass die Ausgabender ersten Märzhälfte hoffen lassen, dass wir auch im MonatMärz die zweite Milliarde nicht erreichen oder höchstens ganzunwesentlich überschreiten werden. Meine Herren, das heisst, dassunsere Kriegsausgaben heute kaum irgendwie nennenswert höhere
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