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Meine Herren, dieser Krieg um unser Dasein und unsere Zu-kunft isl nicht nur ein Kampf der Waffen, sondern auch einKampf der Wirtschaft, nicht nur ein Kampf der Streitkräfte,sondern ein Kampf der ganzen Völker. Die hundertjährigen Be-strebungen edelgesinnter Geister aller Nationen, den Krieg auf diekämpfenden Truppen »zu beschränken, seine Schrecken von dernichtkämpfenden friedlichen Bevölkerung fernzuhalten, diese Be-strebungen und alle bisher erzielten Erfolge sind zunichte gewordenan der Verachtung allen Völkerrechts, mit der England , die Seeledes feindlichen Mächteverbandes, seinen Wirtschafts- und Hunger-krieg eingeleitet hat und bis auf den heutigen Tag führt. Und nichtnur gegen Uns und unsere Verbündeten, sondern auch gegen dieNeutralen, gegen die kleinen neutralen Völker, deren Schutz dieStaatsmänner Englands im Munde führen, während ihre Hand siemit der Unterbindung der notwendigsten Zufuhr, mit Postsperre,mit Handelsspionage, mit dem Boykott der schwarzen Listenschlimmer quält Und schädigt, als je ein Feind den Feind ge-züchtigt hat.
Meine Herren, in diesem Hunger- und Wirtschaftkrieg stehenwir mit unseren Verbündeten im wesentlichen auf uns allein. DemFeinde steht die weite Welt offen. Nehmen Sie die Milliarden vonWaren, die unsere Gegner heute noch über See einführen. NehmenSie, dass England nach den Angaben seines Schatzsekretärs alleinin den Vereinigten Staaten wöchentlich für 12 Millionen PfundSterling einkauft — das sind mehr als 12 Milliarden Mark imJahre —, nehmen Sie, dass Frankreichs Einfuhrüberschuss in denersten Kehn Monaten dieses Jahres sich auf nahezu 12 MilliardenFranken beziffert hat! Sie sehen, die halbe Welt arbeitet für unsereFeinde ; Sie lässt es .sich gut und leuer bezahlen, aber sie steht ihnenzu Diensten. Für uns gibt es keine nennenswerte überseeische Zu-fuhr, für uns arbeiten keine fremden Hände; wir sind auf unsereeigene Arbeit angewiesen. Was wir für die Kriegführung und dieVolkserhaltung brauchen, müssen wir mit unserer eigenen Arbeittäglich schaffen. Auch hier hilft uns die heimatliche Erde. Wie fürdie Kriegführung, so gibt sie uns auch für die Volksernährung das,was wir brauchen; aber sie lässt es sich hart und schwer abringen.Das Wort ,,Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brot