mit dem Werte des Goldes verbunden, daß der Wert des PfundesGold nur zwischen 1395 und 1392 Mk. schwanken kann, mit andernWorten um 3 Mk. für das Pfund, oder um den Betrag der Präge-gebühr. In Verhältniszahlen umgerechnet beträgt diese Schwankungs-möglichkeit nur wenig über 2 xro inills. Sie ist so gering, daß siepraktisch fast nicht in Betracht kommt. Auf diese Weise wird durchdas freie Prägerecht den Haupt münzen, d. h. denjenigen, welchefrei ausprägbar sind, die Vollwertigkeit garantiert, indem ihrWert mit dem Wert ihres Metallgehaltes fest verbunden wird.
Ein Währungssystem erhält nun seinen speziellen Namen nach «^dwahrmigdem Metall, mit welchem es durch die Prägung verbunden ist. Bei "währ!.»"'uns in Deutschland ist das Gold frei ausprägbar, deshalb haben wirdie Goldwährung; in Mexiko ist das Silber frei ausprägbar, daherhat Mexiko Silberwährung. Der Wert des deutschen Geldes istvom Goldwert abhängig; denn das Zehnmarkstück ist stets mit derverschwindenden Abweichung von 2°/oo gleich dem Wert seines Gold-gehaltes von '/lsg.s Pfund fein; ebenso ist das mexikanische Geld vomSilberwert abhängig. In Deutschlaud sind die Goldmünzen vollwertigund können deshalb ohne Verlust eingeschmolzen werden; in Mexiko gilt dasselbe von den frei ausprägbaren Silbermünzen.
Wenden wir uns nun zu unserm deutschen Silbergelde. Am x,x,--Mn«cEingang habe ich daran angeknüpft, daß der geprägte Thalcr heute »"d s-ipertt-ungefähr doppelt so viel wert ist als das in ihm enthaltene Silber.Der Thaler gilt 3 Mark, während ich mir das in ihm enthalteneSilber zu 1 Mk. 50 Pf. kaufen kann. Wie hat sich dieses Verhältnisherausgebildet?
Der Thaler enthält '/go Pfund Silber. Sein Wert kann alsonie unter den Wert von '/so Pfund Silber sinken. Kann er sichdarüber erheben? — Gewiß, denn gegenwärtig kann man mit einemThaler etwa '/is Pfund Silber kaufen.
Solange Deutschland Silberwährung hatte (bis 1871), solangealso das Silber frei ausprägbar war, konnte sich der Thaler nur im Ver-hältnis der etwa ^/g °/o betragenden Prägegebühr über den Wert seinesSilbergehaltes erheben. Genan wie heute das deutsche Geld mit demGolde verknüpft ist, war es damals mit dem Silber verknüpft.
Anfang der siebcnziger Jahre ist nun Deutschland von der Silber-währung zur Goldwährung übergegangen. Es hat sein Geldwesenvom Silber losgelöst und es mit dem Golde verbunden; und zwarindem es die freie Prägung für Silber einstellte und die Prägungfür Gold freigab.
Durch die Einstellung der freien Silberprügung war die Möglich-keit für das geprägte Silbergeld geschaffen, sich über den Wert seinesSilbergehaltes zn erheben, die durch den Münzpreis gezogene obereGrenze für den Geldwert der Silbermttnzen war aufgehoben. Es konntenun der Fall eintreten, daß bei einem Überfluß von Barrensilber ein