20 963 Arbeitern hergestellt; auf den einzelnen Arbeiter kam also da-mals eine Produktion von etwa 38 Tonnen. Im Jahre 1892 wur-den 4 937 000 Tonnen Roheisen von 24325 Arbeitern produziert,trifft also auf den Arbeiter eine Produktion von 203 Tonnen, fast5^/smal so viel als vor 30 Jahren! Kann es unter diesenVerhältnissen auch nnr das geringste für eine Geldwertsteigerung beweisen,daß der Preis der Tonne Roheisen in Hamburg von 69, s Mk. in den Jahren1861—65 ans 54,z Mk. im Jahre 1892 gesunken ist? — Ähnliche tech-nische Verbesserungen wie bei der Eisengewinnung sind auch iu der Produk-tion von Silber, Kupfer !c. gemacht worden. Der P reis rllckgangdieserErzeugnisse ist also durch Gründe veranlaßt, welche mit einerÄnderung des Geldwertes uicht das mindeste zu thun haben.
Ganz ähnlich liegen die Dinge bezüglich des Getreides. Inden letzten drei Jahrzehnten sind in Rußland, Nord-Amerika , Indien,Argentinien :c. dem Anbau von Getreide Gebiete erschlossen worden, welchegegenüber der europäischen Landwirtschaft mit verschwindend ge-ringenProduktionskosten Brotfrüchte erzeugen. Der Boden wirdvon dem Ansiedler fast kostenlos erworben, die frische Ackerkrumebenötigt für lange Zeit keiner Düngung, der Preis der Produktebraucht nicht — wie bei uns — die Zinsen für einen zu hoch ver-anschlagten Verkehrswert und für große Hypotheken zu erbringen.
Die riesige Entwickelnng der Verkehrsmittel, der Bau von Eisen-bahnen und Kanälen, hat diese neuen Flächen zum größten Teil dem Än-bau überhaupt erst zugänglich gemacht, indem erst dadurch der Transportder landwirtschaftlichen Erzengnisse aus dem Inland nach den Küstennnd nach Europa ermöglicht wurde, teilweise hat er durch enorme Ber-billignng der Transportkosten den Produzenten dieser Gebiete einen Ab-satz zu billigeren Preisen auf dem Weltmarkt ermöglicht. Indien undRußland haben in den drei Jahrzehnten von 1860 bis 1890 dieStreckenlänge ihrer Eisenbahnen verzwanzig facht; Argentinien be-saß im Jahre 1870 erst 732 Km Eisenbahnen, 1880 erst 2300 Km,nnd Ende 1893 hatte es 14000 km in Betrieb; über den Einfluß dieserBahnbauten heißt es in einem kürzlich erschienenen Werk über Argenti-nien (O. Schmitz, Die Finanzen Argentiniens): „Wenn die wachsende Be-nutzung der natürlichen Verkehrswege, seiner zahlreichen schiffbaren Wasser-läufe gleichen Schritt mit der Hebung des Verkehrs gehalten hat, so istder Bau der künstlichen Verkehrsstraßen, seiner Schienenwege dem Verkehrvielfach weit vorausgeeilt und hat durch Erschließung frucht-barerLandstrccken den beiden vornehmsten Erwerbsquellendes Landes, dem Ackerbau nnd der Viehzucht, zn unge-ahntem Aufschwung ver Holsen."
Aber nicht nur, daß neugebaute Bahnen die Anbaufläche dieserLänder enorm vergrößerten, auch bei den bestehenden trat durch ver-schärfte Konkurrenz und durch technische Verbesserungen eine Herab-setzung der Frachten ein, und dasselbe gilt auch für die Dampfschiffe.Von 1868 bis 1888 ermäßigte sich die Fracht für den Bushel Weizen
Helsserich, Die Wnhrmigsfrogs. 3