Druckschrift 
Festschrift zum fünfhundertjährigen Geburtstage von Johann Gutenberg / im Auftr. d. Stadt Mainz hrsg. von Otto Hartwig
Entstehung
Seite
291
Einzelbild herunterladen
 

DIE ZWEIFARBIGEN PSALTERINITIALEN. ANMERK. 1 INITIALEN -VERZEICHNIS.

291

Kurz vor Drucklegung diefes Auffaßes (Febr. 1900) konnte ich noch das Münchener Exempl. des Pf. 1515unterfuchen und deffen Uebereinßimmung mit den Abdrücken in Verfailles und Prag (Exempl. Borovsky)feßßellen. Ich füge eine Befchreibung und Collation bei und verweife wegen des Inhalts auf die näherenAusführungen des Herrn Prof. Dr. Falk.

PSalteriü Daviticü. | cantica et Hyni | vbiqz deferuien. | 1515. | Holzfchnitt 113x112 mm. Der h. Martinzu Pferd mit dem Schwert in der Linken den Mantel theilend, den zwei Krüppel ergreifen. Unter dem Holz-fchnitt die Verfe: Si cupis eximias Chrißo depromere laudes, | Que cecinit Pfaltes/ cantica sacra cane. |Ducit ad sethereos mentem psalmodia tractus, | Et uehit ad superas/ pectora nostra domos. | Initiale P der1. Gr. der quadratifchen Art diefer Ausgabe, in die Umrahmung eingefügt. Diefe aus einzelnen Zier-leißen, offenbar Metallfchnitte, zufammengeßellt. Die er[te und zweite Zeile aus der großen Pfaltertype,Zeile 3 Miffaltype des Textes; die Verfe Antiquatype. Zeile 1 und 3 roth, die Initiale P fdiwarz. Vergl. dieAbbildungen bei Borovsky a. a. O.

Auch Bl. I des Pfalteriums mit zufammengefeßten Randleißen verfchiedenen Kegels und Länge um-rahmt. Beachtenswerth ein Verfehen des Seßers oder Druckers. Die unten verwendeten etwa 4 mmßarkenZierleißen haben fich zu beiden Seiten verbogen, weil der Saß nicht richtig jußiert oder die einzelnenStücke ßch verfchoben hatten, als die Form feßgefchloffen wurde. Die erhebliche Verbiegung namentlichdes rechten Stücks weiß deutlich auf biegfames, zähes Metall hin. Auch der fcharfe Schnitt diefer Leißen(Eierßab und Wellen oder Wolken) fowie die aus den breiten Stücken hervortretenden, aus Kreifen undSternchen gebildeten Spißen fprechen für Metallfchnitt. Langholzfchnitt hier ßcher ausgefchloffen.

In Holzfchnitt find dagegen ausgeführt: 1) auf Blatt Ia des Pfalteriums vor den erßen 9 Zeilen (Beatusvir ff) ein viereckiger Schnitt, 44 mm br., 65 h., (König David mit Harfe knieend, rechts oben Gott Vater in Wolken, links ein Bergfchloß; Hügellandfchaft, im Hintergrund das Meer) fowie 2) die Initiale S aufBl. XXXVa, 65 mm br., 77 h. Im untern Feld des abßchtlich großgezogenen S-Bogens eine kleine viereckigefreißehende Vignette, 31 mm br., 45 h., mit einer intereffanten Darßellung des jüngßen Gerichts. Untereinem profilierten, beiderfeits auf Konfolen ruhenden Rundbogen Chrißus als Weltenrichter auf der Irisßßend, die Füße auf der Weltkugel. Lilie und Schwert zur Rechten und Linken des Hauptes. Vor ihmßeigt eine kleine Geßalt aus dem offenen Grabe. Im Vordergrund knieen Maria und der fellbekleideteJohannes der Täufer .

Am Ende, Bl. XXa des Hymnarius, Miffaltype in Roth, die gefperrten Worte Schwarz: Impreffum innobili vrbe Maguntin huius artis | jmpfforie inuetrice prima: per Johanne | fchöffer Anno falutis.M. CCCCC | XV. Kalend | Marc | Die fünf Zeilen nach unten fpiß zulaufend gefeßt. Rückfeite leer.

Quarto (ca. 20X28 cm) 122 bedr. Bll. und zwar: Titelbl. und Index 4 Bll. ohne Blattzahlen, Duern,Sign, ij, iij +Pfalterium: 98 Bll. (Titelbl. und II bis XCIX. LXV am Beginn der Lage 1 überfprungen).Lagenßgnaturen abcdefghiklmnopq (a und c Quaternen, q Duern, die übrigen Triternen) -}-Hym-narius: 20 Bll. (erßes Bl. ohne Zahl, II bis XX) Sign. A B C D (A D Duernen, B C Triternen.) ZwifchenPfalterium und Hymnarius , den Lagen q und A beigeheftet, zwei leere, jeßt bis auf ca. 3 cm breite Reßeausgeriffene Bll., deren Fälze vor Bl. XCVI und V hervortreten. Blattzahlenfehler: ßatt richtigXXXIII ßehtfalfch XXVII; richtig XXXIX (falfch XXXI); r. LXX(f. LXIX); r.LXXVII(f.LXXIII); r.XCIIII (f.CXIIII); r.XCIX (f.CXIX); in LageB richtigX(falfch V). Signaturfehler: Lage a, Bl. 3 ßatt richtig aiij ßeht biij.

Verzeichnis der in den S. 262 genannten Psalter-drucken vorkommenden zweifarbigen Initialen.

ABKÜRZUNGENa, b bei der Blattzahl = recto, verfo.

(o) (u) = oberhalb, unterhalb der betr. Initiale haben Typen des Textes,mit Rückßcht auf das Druckverfahren der Pfalterdrucke von 1457und 1459, Kürzungen erfahren.

(s) (r) (sr) = Schwarz, Roth oder beide Farben des Textdruckes werdendurch die Initiale gedeckt; nurinPfalter 1490.

() eingeklammerte Blattzahlen bei Pf. 1502, Mainzer Pergamentexem-plar, bedeuten ungefärbte (blinde) Vordrucke der betr. Initiale.

1. GRÖSSE Tafel 25

1457 Bl. la. 1459Bl.la. 1490 Bl. la(r)

1502 und 1515 fehlt. 1516 Bl. la, ein-farbiger rother Abdruck.