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K. HÄBLER
feine Druckerthätigkeit im Aufträge des Valencianer Stadtrathes Gabriel Luis de Arinyo,für den bis zum Jahre 1485 Alfonfo Fernandez de Cordoba gedruckt hatte, im Jahre1487 in demfelben Murcia beginnt, wohin Cordoba geflüchtet war, als er in Valencia zum Tode verurtheilt wurde, fo entßeht unwillkürlich die Vermuthung, daß Beziehungenzwifchen diefen Typographen beftanden haben möchten, obwohl ßch folche aus einemVergleiche ihrer Erzeugniffe nicht erkennen laffen. Jedenfalls war auch für Roca dieStadt Murcia, deren erfter Drucker er iß, nur ein vorübergehender Aufenthaltsort,er kann dafelbß nur während des Jahres 1487 nachgewiefen werden und taucht erß1494 in Valencia wieder auf, wo er anfänglich ein Mitglied der zahlreichen Drucker-genoffenßhaft war, die der Dr. Miquel Albert ein paar Jahre hindurch beßhäftigt hat.Er hatte da zufammen mit einem Francisco de Padua, einem Gerhard Brunch vonUngarn und drei deutßhen Druckern, einem nicht näher bezeichnten Meißer Hans,einem Cafpar Grez und dem Buchhändler und Drucker Peter Trincher, das Reper-torium haereticae pravitatis für das dortige Inquißtionstribunal in einer Auflage von1000 Exemplaren herzuftellen, iß aber dann, fowohl für denfelben Dr. Albert als auchfür andere Herausgeber, felbftändig als Drucker thätig gewefen, bis zu feinem um 1498erfolgten Tode. Auch er ift mit einer Spanierin, Francisca Lopez, vermählt gewefen,und hat vor feinem Ende mindeßens zwei Gehülfen, den Francisco de Escocia, undden nachmals berühmt gewordenen Valencianer Drucker Juan Joffre, einen Franzoferiaus Briangon, in feiner Werkftätte befchäftigt. Anfänglich hat feine Wittwe mit diefenbeiden die Druckerei fortzuführen verfucht, dann aber ßheint Joffre die Offizin über-nommen zu haben, der er allerdings im 16. Jahrhundert zu einer größeren Bedeutungverholfen hat, als ße ihr fein Lehrmeißer zu geben vermocht hatte. 15
In demfelben Jahre fpäteftens hat die Druckerkunft ihren Einzug in die altkaftilißheHauptftadt Burgos gehalten, wenigßens iß das ältefte datierte Buch aus der Werkftättedes Fadrique de Baßlea am 12. März 1485 vollendet worden. Es iß aber beinahe ge-wiß, daß diefer Arbeit eine Anzahl anderer Drucke voraufgegangen find, welche wederden Namen des Druckers noch eine Orts- oder Zeitangabe enthalten, deren typo-graphißhe Eigentümlichkeiten aber mit verbürgten Werken desfelben Meifters theilsvollkommen übereinßimmen, theils wenigftens diefen in charakteriftißhen Merkmalenfo weit ähneln, daß man ße bis aufWeiteres nicht mit den Arbeiten irgend eines anderenDruckers in Verbindung bringen kann.
Fadrique de Baßlea iß einer der wenigen fpanißhen Drucker, die ßch ßhon ehe ße aufder Pyrenäenhalbinfel ihreThätigkeit begannen, als folche nachweifen laffen. Er iß nämlichohne Zweifel identifch mit dem Friedrich Biel, der im Jahr 1470 gemeinfam mit MichaelWenßler zu Bafel das Liber epiftolarum des Gafparinus Pergamenßs gedruckt hat. EngeBeziehungen zu Bafel hat er fein ganzes Leben lang aufrecht erhalten; nicht nur nennt erßch in Spanien ausßhließlich nach feiner Vaterßadt, fondern erführt auch deren Wappenin feiner erßen Druckermarke und vertaufcht diefe fpäter mit einem Signet, welchesgleichzeitig, nur mit veränderter Inßhrift, in feiner Heimatßadt Bafel von Hans Furterund Hans Bergmann von Olpe gebraucht worden iß; mit dem letjteren theilt er auchden in der Druckergefchichte berühmt gewordenen Wahlfpruch: Nihil ßne caufa. 16
Fadrique de Baßlea iß der älteße unter denjenigen deutßhen Meißern, die der Druck -kunß zu einem mächtigen Auffchwunge verholfen haben. Wohl mögen viele feiner