§4. DIE AUFNAHME FREMD EN METALLGELDES USW.
53
Namentlich aber nach Ostasien, nach Indien und vornehm-lich nach China wurde spanisches Silbergeld exportiert. Derspanische Piaster vermittelte fast den gesamten Geldverkehrzwischen Europa und dem Orient und bildete außerhalb desGürtels der großen europäischen Staaten das verbreitetste undbeliebteste Geld der Welt.
In den orientalischen Staaten war der Silberpiaster nichtin Geldsysteme fest eingefügt, sondern wurde zum schwankendenKurse als Handelsmünze gegeben und genommen.
In China z. B. waren die spanischen Säulenpiaster fast daseinzige geformte Geld, welches die Eingeborenen akzeptierten,und hatten sich besonders seit dem Ausgang des 18. Jahrhundertsdort verbreitet. Die Silberpiaster spanischen Gepräges wurdenvon den Chinesen allen andern ebenso starken Silbermünzen undauch den Silberbarren vorgezogen. Welche Schätzung Säulen-piaster als Handelsmünzen dort genossen, bewiesen ihre Kurse.Der Piaster Carl III.( die Piaster Carl IV. und Ferdinand VII .waren gewöhnlich um einen geringen Bruchteil niedriger ge-schätzt) mit einem Münzpari von 5,42 Fres. hatte in China langeZeit einen Kurs von 6,25 Fres. und stieg häufig in Chang- Haibis auf 10 Fres. ¹)
So zirkulierten überall in der Welt die spanischen barenSilbermünzen, nur in Spanien selbst waren sie nicht zu finden.
Als akzessorisches Geld mit positivem Agio wurden sieim Lande kaum verwendet und sanken zu reiner Handelsware herab.Erst die enge, zunächst unbeabsichtigte, dann durch diefinanzielle Not Spaniens verursachte Verbindung mit Frankreichbrachte Silbergeld wieder ins Land.
Wie auf die meisten andern Staaten, die sukzessiv Teiledes Napoleonischen Kaiserreiches oder in Abhängigkeit von Frankreich gebracht wurden, das französische Geldsystem Einflußgewann, so hatte auch in Spanien die Okkupation des Landesdurch Napoleon die stärksten Wirkungen auf den Geldumlauf.