74 I. DIE ENTWICKELUNG DER SPANISCHEN STAATL. ZAHLUNGSMITTEL.
Ebenso waren die Prägungen der Kupfermünzen sehrstark; 1) seit dem Jahre 1772 hatte der Staat 131 Millionen.Realen vn an Kupfergeld hergestellt. Vor Stauungen von Kupfer-münzen in Staatskassen hatte sich der Staat bisher dadurchgeschützt, daß er seit dem Jahre 1825 Ein- und Ausfuhrzöllenicht mehr in Kupfergeld, sondern nur noch in Gold- und Silber-münzen annahm. Andererseits wurden die Gehälter der Beamtenzeitweise, namentlich seit dem Jahre 1838, vollständig in Kupfer-geld gezahlt.
So vollzog sich der Inlandsverkehr, da nicht genügendvollwertiges Geld im Lande war, zum großen Teil in Kupfer-und in notalen Silbermünzen, nach dem Auslande wurden dieZahlungen in valutarischen Silber- Napoleons geleistet.
Die spanische Regierung hatte zwar schon lange Zeit denfrommen Wunsch, ihren alten beliebten Silberpeso in valutarischeStellung zu bringen. Dazu war jedoch eine vollständige Reformie-rung des Münzsystems nötig, die erst im Jahre 1848 erfolgen sollte.
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1) Queipo schreibt über Kupfergeld vor dem Jahre 1848 in seinemWerke ,, La cuestion del oro" Madrid 1861, S. 95.„, Wiewohl gesetzlichdie Annahme von Kupfergeld auf 300 Realen vn beschränkt war, somachte die übermäßige Emission von Kupfergeld diese Maßnahme der-gestalt illusorisch, daß Kupfergeld in vielen Provinzen das ausschließlichzirkulierende Geld damals war."