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II. DIE WÄHRUNGSÄNDERUNGEN DER JAHRE 1848-1868.
Holland sein Goldgeld auf dem Markte als Ware verkauft hatte,während die Handelsvormächte England und Frankreich Gold-geld unverändert in ihren Geldstock aufnahmen. VielfachenForderungen der Bimetallisten nach Freigebung der Goldprägungwiderstand jedoch der spanische Staat im Jahre 1853 noch, daer genügend Gründe zur Vorsicht vor einer Goldüberschwemmungzu haben glaubte.
Denn die niedrigen Goldpreise hielten sich, wiewohl eherandere Gründe als die gesteigerten kalifornischen und austra-lischen Goldausbeuten an sich dafür maßgebend waren.
Infolge der großen Goldausbeuten hatte sich der Wohlstandnamentlich in Amerika und England bedeutend gehoben . Deramerikanische und englische Bezug von Produkten aus demOrient, von Seide, Tee und Baumwolle steigerte sich dadurchgewaltig und veranlaßte große Geldsendungen nach Ostasien, be- sonders nach China. Diese Geldtransporte fanden fast ausschließ-lich durch England statt, denn auch Amerika ließ seine Zahlungenfür die größere Wareneinfuhr aus dem Orient durch Englandregulieren. Infolge der Taipingrevolution im Jahre 1850 unddes darauf folgenden Bürgerkrieges in China ging andererseitsder Konsum englischer Produkte in China stark zurück, so daßsich ein großer Saldo der Handelsbilanz zu Gunsten Chinas undzu Ungunsten Englands ergab.
Ferner änderte sich die Kapitalienbewegung zwischen Indienund England zu Anfang der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.Seit dem Jahre 1849 begannen englische Kompagnien mit Kapi-talien des Mutterlandes den Eisenbahnbau in Indien; allein mitBestimmung dafür flossen in den Jahren 1851-1856 10 bis11 Millionen Pfund Sterling aus England ab.
Der Bedarf der ostasiatischen Länder an Geld mußte aberfast ausschließlich in Silber gedeckt werden, denn Indien hatteam 22. Dezember 1852 eine reine Silberwährung eingeführt.China war ebenfalls ein Land, in welchem nur Silber zu Zahlungenverwendet wurde. Hier suchte man nach wie vor mit Vorliebespanische Pesos, welche man bedeutend höher als zum Platten-werte bezahlte.