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Die Regulierung der Elbschiffahrt 1819 - 1821 / von Martin Kriele
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ANHANG

blieben. Allerdings ist ein persönliches Recht derer vonAlvensleben nicht direkt ausgeschlossen, da in den Aktender Elbschiffahrtskommission stets von einer Entschädigungder Familie Alvensleben gesprochen wird. Dingliches Rechtist die Erhebung zweifelsohne ursprünglich gewesen; daraufdeutet die in dem Folgenden versuchte Konstruktion derwirtschaftlichen Natur dieses Zolles hin. Es wird dabeiangenommen, dass die Zollerhebung sich nicht lediglichauf ein Privilegium stützte, dessen Gegenleistungen inDiensten etc. für den Lehnsherrn, in diesem Falle für denErzbischof von Magdeburg , bestanden hätten.

Diese Konstruktion basirt auf einigen Angaben in demBuche:Rust, das Deichwesen an der unteren Elbe . ImAufträge des Ministeriums für landwirtschaftliche An-gelegenheiten dargestellt. Berlin 1870, pag. 25. DasBuch ist also als sehr zuverlässig anzusehen.

In ganz kurzer Entfernung unterhalb llogätz befindetsich ein toter Wasserarm, die sogenannte alte Elbe . Diesersteht in einem in der Richtung auf Rogätz offenen Halb-kreis auf dem heutigen Bette der Elbe und ist vor etwa200 Jahren noch selbst das Bett der Elbe gewesen. Derheutige an dieser Stelle in einem ganz schwach gewölbtenBogen fliessende Lauf der Elbe wurde damals durch einenDurchstich hergestellt. Die Elbe muss also vor der Aus-führung dieser Korrektion in einem Bogen, fast zweiDrittel eines Kreises, geflossen sein und daher dasströmende Wasser, wie immer bei Krümmungen, inseinem Fluss unregelmässig, bald reissend, bald sehrlangsam gewesen sein. Das von der sogenannten altenElbe eingeschlossene, etwa 1217 preussische Morgen grosseGrundstück, also eine Halbinsel bildend, führt noch heuteden Namen:Der Treuei.Der Name ist, sagt Lust,schwer zu erklären; einige glauben, es sei ein cor-rumpirter Name fürTrennstück (getrennt durch denDurchstich vom rechten Elbufer), andere leiten unddas ist das Wahrscheinlichere den Namen vontrödeln,trüeln Ausdruck für das Ziehen der Schiffe (in Ost-deutschland heisst der LeinpfadTreideldamm oder