ANMERKUNGEN
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mit (len von der Stromschau-Kommission i. .1. 1858 gefundenen ver-glichen werden. Dieser Nachweis befindet sich in der dort neu-gedruckten „Denkschrift, betreffend die Mängel des Fahrwassers undsonstige Schiffahrtshindernisse der Elbe von Melnik bis Hamburg . Aus-gearbeitet nach den Berathungen und im Aufträge der beteiligtenHandelsvorstände und Schiffahrtsgesellschaften. Hamburg , Dezember1864“. Ein sehr interessantes Aktenstück.
!)) Siehe: Schoost, Vierlanden. Beschreibung des Landes undseiner Sitten. Hamburg 1894, pg. 9, 83.
10) Die Schiffer waren meistens der Willkür der Beamten beider Zollerhebung vollkommen ausgeliefert. Ganz besonders machtloswar auf dem Rhein der Schiffer gegenüber den Zollbeamten. In einerkleinen Schrift: Du Thalweg du Rhin , considere comme limite entre laFrance et l’Allemagne (französisch und deutsch), Mainz 1801, pg. 21heisst es: „In den übrigen Zollstätten (ausgenommen die 4 preussischen)wird die Zahl, das Gewicht, die Gattung, die Qualität, und öfters diesevier Stücke zusammen zum Massstabe genommen. Die Willkür bei derErhebung ist in denselben fast so unvermeidlich, dass die Schiffleuteund die Einnehmer schier immer durch einen Vergleich enden, um nichtihre Zeit mit Untersuchen und Ausladen zu verlieren, eine Operation,deren grösste Schwierigkeit die ist, dass sie dem Schiffer einen sehrkostspieligen Aufenthalt verursacht und ihn nötigt, die Ladung derGefahr des Verderbnisses auszusetzen. Es giebt sogar einige Zollämter,wie das zu Leudesdorf, wo der bekannte oder mutmassliche politischeGlaube des Schiffers einen starken Einfluss auf die Bestimmung derZollgebühr hat, und es ist notorisch, dass gewisse französische unddeutsche Schiffer hart von ihnen mitgenommen werden“.
Über das unangemessene Benehmen der Zollbeamten in Frankfurt an der Oder siehe: Philippi, die Messen der Stadt Frankfurt an der Oder,Frankfurt a. d. Oder 1877, pg. 11, sowie das dort erwähnte „Patent, zuAbstellung der Zoll-Plackereyon in der Neumarck“ vom 30. Januar 1737(Myl. Corp. Const. March. Cont. I. pg. 9 — 12); ferner Schmoller, Studienüber die wirtschaftliche Politik Friedrichs d. Gr., X, in Jahrbuch f. Gesetz-gebung, Verwaltung und Volkswirtschaft, im 11. Jahrg. pg. 81.
Rathgen, Die Entstehung der Märkte iin nördlichen Deutschland ,Strassburger Staatsw. Diss. 1881, pg. 13, berichtet, dass an der Donau bereits im 10. Jahrhundert Klagen über Zollbedrückungen auftauchen.
Über das Benehmen der Zollbeamten finden wir sehr interessanteAngaben in dem Vorwort zu: Dennstädt, Complette und Authenticsche Zoll-Rollen auf der Elbe, Havel und Spree. Berlin 1872. Das in der Kommerz-bibliothek zu Hamburg befindliche Exemplar (1. Band) des wohl sehrseltenen Werkes (oder einziges Exemplar) ist zum grössten Teil hand-schriftlich (wohl vom Verfasser selbst) hergestellt; der in Rede stehendePassus lautet wörtlich so: „Ich habe bey meiner jetzigen Funktion, dassda in Abwesenheit derer Herren Churmärk. Elb-Schiffer Ihre Scliifs-Angelegenheit zu besorgen mich anvertrauet worden sind, nunmehro