ANMERKUNGEN
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schlagen wollen. Diese muss man gerades weges auf Ihre gedruckteInstruktion nebst den 3., 9. und 18. Articul und den Zoll-Edict vom19. September 1742 hinweisen und, wenn solches nichts helffen will, anIhren hohen Vorgesetzten Vorstellung thun; denn die letzt gedachteZoll-Bediente sind eben diejenigen, die den Königlichen Zoll-Revenues,der Schiffahrt und Handlung am meisten Schaden zufügen, indem Siedurch Ihr Eyd, Pflicht und Ehrvergessenes Betragen denen Zollantenauf Um- und Irrwege verleiten, welches sonsten nicht würde erfolgen.“
11) Büsch, Theoretisch-practische Darstellung der Handlung, Zu-sätze, Band 2, Hamburg 1798, pg. 170, sagt: „Auf meiner Rheinreisovon Mainz nach Cölln, fing ich an, die Zölle zu zählen, ward aberjbaldirre darin, weil ihrer gar zu viel waren. Wann unser Schiffer an demlinken Ufer bezahlt hatte, so war schon eine Zollstätte auf dem rechtenim Gesichte, zu welcher wir quer hiniiberfahren mussten“. — v. Wissel,Versuch einer Abhandlung de iure vectigali oder von den Zöllen, inSonderheit auf den schiffbaren Strömen in Deutschland , Zelle 1771,pg. 103, sagt: „Allein die Vielheit der Zölle auf der Elbe , die sich ausder Menge von Staaten und Landen beurteilen lassen, durch welchedieser Strom fliesset, oder an deren Ufern derselbe hinströmet, gereichetden Commereirenden auf diesem Strome zu nicht geringer Beschwerde.Allein zwischen Magdeburg und Hamburg will man deren 19 zählen.Indessen kann man doch nicht sagen, dass die Zölle auf der Elbe sostark und unerträglich sind als auf dem Rhein und die Schiffahrt aufderselben befindet sich in einem blühenden Zustande“. — Siehe auch,Sommerlad, 1. c., pg. 165.
12) Über den Ursprung des deutschen Handels in Altenglandvgl. Lappenberg, 1. c. § 1. Die vielen und umfangreichen Privilegien,welche die Kölnischen Kaufleutc seit König Aethelred 2. (978-1016)in London genossen, beweisen nicht nur das grosse Ansehen des deut-schen Rheinhandels, sondern lassen auch vermuten, dass die Rheinschiff-fahrt in directem Verkehr zwischen Köln und England im Mittelaltersehr bedeutend war. Zu den Kölnern, deren Londoner Haus der Ur-sprung der Gildhallo der Deutschen und des Hansischen Stahlhofes ist,gesellten sich auch bald die Kaufleute von den Ufern anderer Elüsse,aus Bremen und Hamburg , schliesslich der deutschen Hanse überhaupt.Die Handelsbeziehungen den Rhein, die Weser und die Elbe ' hinaufoder auf den wenigen Landstrassen nach dem Inneren Deutschlands sind daher notwendigerweise im Mittelalter sehr entwickelt gewesen.Wir können daraus entnehmen, dass dieso Kaufleutc mit eisernem Eleisseihren Geschäften nachgingen trotz der mannigfaltigen Bedrückung desVerkehrs, sei es durch ungenügende Beschaffenheit der Communicationenund hohe Verkehrsabgaben, sei es infolge der noblen Passionen derRaubritter. Diese ungünstigen Verhältnisse haben vielleicht zweifel-hafte Elemente ferngehalten und energielose Naturen bald ermattenlassen, andererseits den thatkräftigen Rest zu einem engen Anschlussan einander im Verkehr geführt, woraus sich die allmächtigen Handels-