ANMERKUNGEN
149
fassungen) eine keineswegs geringe Bedeutung. Vor allem erhob sieh1880 bei Beratung der Revidirten Elbschiffahrtsalcto über diesen Begriffeine sehr lebhafte Debatte im Deutschen Reichstag, in welcher besondersder Reichskanzler Fürst Bismarck , Dr. Wolffson, Staatsminister Hof-mann und Dr. Lasker ihre Ansichten darlegten. — Siehe auch Seite 91.
119) Graf Bernstorff schreibt an die Minister des Handels undder Finanzen, 20. 6. 1820: „Stettin führt bekanntlich nur Erzeugnissedes preussisehen Staates selbst, des Königreichs Polen und einigeungarische Bergwerks-Produkte aus, die zur Axo nach Breslau oderoberhalb dieser Stadt an die Oder gebracht werden. Auf alle dieseGegenstände haben entweder die Verhältnisse des Elbhandels überhauptgar keinen Einfluss oder es stellt wenigstens, da sie nur durch diepreussisehen Staaten an die Elbe golangeu können, ganz bei der innerenVerwaltung, unter welchen Bedingungen sie dieselben in den Elbbandolkommen lassen will. Der sämtliche Ausfuhrhandel, welchen Stettin treibt, kann daher durch die Dresdener Unterhandlungen nicht ge-fährdet werden. Der Einfuhrhandel von Stettin betrifft Gegenstände,welche a) teils in Preussen selbst verbraucht, b) teils auf dem rechtenOderufer nach Polen, Galizien und Ungarn ausgeführt werden, c) teilsauf der Grenze von der Oder bis zur Lausitz vom linken Oder-Uferaus nach Österreichisch-Sclilesien, Mähren und Böhmen gebrachtwerden.“
120) Vgl. Schmollet', Studien, III, pg. 58/59.
Uber die Grösse des Hamburger Getreidehandels vgl. Baasch,Hamburgs Seeschiffahrt und Warenhandel vom Ende des 16. bis zurMitte des 17. Jahrhunderts, in Zeitschrift des Vereins für HamburgischeGeschichte, 1893, Bd. IX, pg. 317 f. und 334 ff. Leider konnte Baaschkeine statistischen Angaben geben über das Korn, welches die Elbe abwärts aus dem Magdeburgischcn, der Mark Brandenburg, und dernäheren Umgebung der Stadt nach Hamburg kam und welches einenbeträchtlichen Prozentsatz dos llamburgischeu Getreidestapel bildete.
121) Schmollet', Studien, III, pg. 47: „Der Handel Stettins wieder prcussische in Königsberg unterlag bis in unsere Tage diesemgrössten Hemmnis seiner Entwicklung“. — Holler, die HandelswegeInner-Deutschlands im 16., 17. und 18. Jahrhundert und ihre Beziehungzu Leipzig, Dresden 1884, p. 36, sagt, dass die Görlitzer sieh 1669 überdie Herstellung einer direkten Wasserstrasse nach der Westsoe (Nord-see ) freuten, „ohne den dänischen Sund, dessen Benutzung oft Schwierig-keiten mit sich bringe, berühren zu müssen“.
122) Graf Bülow schreibt an den Grafen Bernstorff , 29. 11. 1820,dass nach dem Bericht des preussisehen Konsuls in Brody diehamburgischen und englischen Zuckerraffinerien ihre Waren überBreslau und Brody nach Russland verkauften, während die um vielesnäher liegenden schlesischen und Stettiner Raffinerien nur mit derhöchsten Anstrengung mit ihnen konkurriren könnten.