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ANMERKUNGEN
123) Graf Bernstorff an <lio Minister des Handels und derFinanzen, 20. 6. 1820.
124) Ungefähr seit der Mitte des 18. Jahrhunderts hatte sich
ein grosser Teil des Khein-Main-Handels nach der Weser und Elbe verzogen; auch der letztere Handel (Hamburg — Süddeutschland) be-nutzte nicht jeder Zeit im 18. Jahrhundert die Elbe bis Magdeburg ; eswurde meist diese Koute benutzt: Hamburg, Verden a. d. Weser ,Minden, Kassel, Meiningen . Die Wirkung der Flusszölle ist auch hierbeideutlich erkennbar. — Die preussischc Handelspolitik, welche Harden-berg am Endo des 18. Jahrhunderts in den Fürstentümern Ansbachund Bayreuth führte, war besonders (in Bayreuth ) auf den Handelmit Sachsen und Böhmen gerichtet; „im Jahre 1796 scheinen Kom-merzientraktate mit Böhmen und Sachsen abgeschlossen zu sein, umden Gro8shnndel zu beleben.“ Vgl. hierüber: Zoepfl, Fränkische
Handelspolitik im Zeitalter der Aufklärung, Erlangen 1894, pg. 270—290.
125) Uber die ältere Oderschiffahrt sehe man: Klüdon, Beiträgezur Geschichte des Oderhandcls, 1.—6. Stück; Berlin 1850.
126) Die nämliche Besorgnis ist in unseren Tagen sehr deutlichin Lübeck erkennbar. Man fürchtet dort die allmählige Translocirungdes Handels nach Kiel , besonders als Folge des Baues des Nord-Ostsee-Kanals.
127) Bericht des pommerischen Oberpräsidenten Sack an denHandelsminister, 23. 5. 1820.
128) Deutlich trat dies u. a. 1846 zu Tage, gegentlich des Bauesder Berlin - Hamburger Eisenbahn; vgl. hierüber: v. Melle, GustavHeinrich Kirchenpauer. Ein Lebens- und Zeitbild. Hamburg 1888,pg. 144—145. — Uber die Konkurrenz Hamburgs und Stettins seit derMitte dieses Jahrhunderts vgl. Dullo, Gebiet, Geschichte und Charakterdes Seehandels der grössten deutschen Ostseeplätze seit der Mitte diesesJahrhunderts, Jena 1888, pg. 1 — 21. — Etwas sentimental rief eineFlugschrift: „Die freie Elbschiffahrt und Preussen, Leipzig 1850“, pg. 4:„Heisst es einem National- oder Partikularinteresse huldigen, wennman Stettin auf Kosten der Elbschiffahrt begünstigt“. — Über die er-warteten Wirkungen bezüglich der Aufhebung des Sundzolles für denhamburgischen Handel siehe auch „Die Elbzölle etc.“ pg. 233/234, sowieSchmoller, Studien X, pg. 83.
12!)) Wenn Dr. Dullo, 1. c. sagt (pg. 1): „Die Handelsscheidegegen die (Stettin ) benachbarten beiden grossen Stromgebiete, gegenDanzigs Weichsel - und Hamburgs Elbbandel, wird etwa in die Mittezwischen die ziemlich parallel verlaufenden Flussläufe fallen. Bei deröstlichen Grenze wenigstens ist das thatsächlich der Fall. So gravitirenSchlesien, Brandenburg, Posen, Pommern in handelspolitischer Beziehungzunächst nach Stettin . Auch im Zeitalter der die natürlichen Handels-wege ersetzenden Eisenbahnen ist das nicht anders geworden, vielmehrhat Stettin das Glück gehabt, durch die Eisenbahnen die naturgemäss