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Die Regulierung der Elbschiffahrt 1819 - 1821 / von Martin Kriele
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163
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ANMERKUNGEN

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gar keinem "Verhältnis mit den Vorteilen stehen, welche der Handeldadurch an Schnelligkeit und Sicherheit gewinnt. Der Zollstätten, sagtman, sind zu viele, der Aufenthalt in denselben ist zu gross und dieZölle selbst sind zu hoch gespannt. Darin, nicht in der Umladung inMagdeburg , liegt die Bedrückung des Elbhandels, hier treffe man beider Elbschiffahrts-Kommission die durchaus notwendigen Abänderungenund dann bedarf es der Aufhebung des uns nützlichen Umlade-Rechtszu Magdeburg nicht, um uns zu helfen. Zunächst ist zu bemerken,dass dies im Oktober 1819, also zu einer Zeit, als die Dresdener Unter-handlungen noch zu gar keinem Resultat gekommen waren, geschriebenist, während die Regungen des Elbverkehrs gegen den Umladezwang,die uns bekannt sind, erst in die Mitte 1820 fallen. Ferner ist auchleicht anzunehmen, dass die Kaufmannschaft infolge der trostlosen Ver-fassung der Elbe damals nicht recht daran glaubte, dass nun auf ein-mal zwei Hindernisse beseitigt werden könnten, während bisher allesVerhandeln Jahrhunderte hindurch fruchtlos gewesen war; ein gewisserPessimismus bezüglich der Dresdener Konferenzen ist also wohl er-klärlich und daher der von den Magdeburgern oben geschilderte kauf-männische Konservativismus.

Auch versuchten die Magdeburger angesehene Persönlichkeitenals Leute zu citiren , welche die Aufrechterhaltung des Umladerechtesfür nützlich hielten. So heisst es in demselben Memoire:Unser kauf-männischer Procureur zu Hamburg schreibt uns, dass er mit dem dortigensächsischen General-Konsul Micliahelles Rücksprache genommen unddieser sich dahin geäussert hatte: dass das Aufhören desUmlade-Recliteszu Magdeburg dem sächsischen Handel unmöglich Vorteil bringen könne,weder für Dresden noch Pirna, und am wenigsten für Leipzig. LetztereStadt besonders müsse wünschen, die Elbscliiffalirt bei ihrer bisherigenvortrefflichen Einrichtung erhalten zu sehen. Herr Micliahelles scheintganz bereit, diese Ansicht dem sächsischen Gouvernement vorzulegenund ausführlich zu beweisen, sobald er von dieser Seite dazu eine Auf-forderung erhält. Da dies nun wohl einigermassen zur Erreichungunseres Zweckes beitragen könnte, so würde es vielleicht gut sein,wenn der sächsische Kabinetsminister Graf von Einsiedel durch unsernGesandten veranlasst würde, die Ansichten des General - Konsuls inHamburg zu erfordern, und wir überlassen ehrerbietig, ob Herr vonJordan dazu aufgefordert werden soll. Die preussische Regierunghat diese Episode, welche immerhin den Eifer der Magdeburger fürihr Umladerecht zeigt, der sächsischen mitgeteilt. Der sächsischeKommissar antwortete jedoch in der 27. Konferenz, 1. 7. 1820:Ebensowenig ist Kommissario von der Privat-Moinung des sächsischen Konsulszu Hamburg, Micliahelles, über das Interesse des Handels-Platzes Leipzig an dem Stapel von Magdeburg etwas bekannt. Dass aber Leipzig durch die Belebung des direkten Elbhandels und die Öffnung der säch-sischen Elbe Schaden erleiden muss, liegt in der Natur der Sache;

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