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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
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Einleitung.

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- Unter einem Organon verstehen wir nemlicheine Anweisung, wie ein gewisses Erkenntniß zu Standegebracht werden solle. Dazu aber gehört, daß ich dasObject der, nach gewissen Regeln hervorzubringenden,Erkenntniß schon kenne. Ein Oraanon der Wissen-schaften ist daher nicht bloße Logik, weil es die genaueKenntniß der Wissenschaften, ihrer Objecte und Quel-len voraussetzt. So ist z. B. die Mathematik ein vor-treffliches Organon, als eine Wissenschaft, die den Grundder Erweiterung unserer Erkenntniß in Ansehung einesgewissen Vernunftgebrauches enthalt. Die Logik hin-gegen, da sie als allgemeine Propadevtik alles Ver-standes- und Vernunftgebrauchs überhaupt, nicht indie Wissenschaften gehen und deren Materie anticipireildarf, ist nur eine allgemeine Vernunft kunst(Lanonicit Kpicuri), Erkenntnisse überhaupt der Formdes Verstandes gemäß zu machen, und also nur in soferne ein Organon zu nennen, das aber freylich nichtzur Erweiterung, sondern bloß zur Beurthei-lung und Berichtigung unsers Erkenntnissesdient.

z) Als eine Wissenschaft der nothwendigen Gesetzedes Denkens, ohne welche gar kein Gebrauch des Ver-standes und der Vernunft statt findet, die folglich dieBedingungen sind, unter denen der Verstand einzigmit sich selbst zusammen stimmen kaun und soll,die nothwendigen Gesetze und Bedingungen seines rich-tigen Gebrauchs ist aber die Logik ein Canon.

A z Und