Einleitung.
Und als cin Canon des Verstandes und der Vernunftdarf sie daher auch keine Principien weder aus irgendeiner Wissenschaft noch aus irgend einer Erfahrungborgen; sie muß lauter Gesetze »priori, welche noth-wendig sind und auf den Verstand überhaupt gchen>enthalten.
Einige Logiker setzen zwar in der Logik psycholo -'Zische Principien voraus. Dergleichen Principienaber in die Logik zu bringen, ist eben so ungereimt,als Moral vom Leben herzunehmen. Nahmen wir diePrincipien aus der Psychologie, d. h. aus den Beob-achtungen über unsern Verstand, so würden wir bloßsehen, wie das Denken vor sich geht und wie es istzmter den mancherley subjectivcn Hindernissen und Be-dingungen; dieses würde also zur Erkenntniß bloß zu-fälliger Gesetze führen. In der Logik ist aber dieFrage nicht nach zufalligen, sondern nach noth-wendigen Regeln; — nicht, wie wir denken, son-dern, wie wir denken sollen. Die Regeln der Logikyüsscn daher nicht vom zufalligen, sondern vomnothwendigen Verstandesgebrauche hergenommenseyn, den man ohne alle Psychologie bey sich findet.Wir wollen in der Logik nicht wissen: wie der Verstandist und denkt und wie er bisher im Denken verfahren ist,fondern wie er im Denken verfahren sollte. Sie solluns den richtigen, d. h. den mit sich selbst übereinstim-menden Gebrauch des Verstandes lehren.
Äus