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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
7
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Einleitung.

Aus der gegebenen Erklärung der Logik lassen sichnun auch noch die übrigen wesentlichen Eigenschaftendieser Wissenschaft herleiten; nemlich daß sie

4) etne Vernunftwissenschaft sey nicht der blossenForm, sondern der Materie nach, da ihre Re-geln nicht aus der Erfahrung hergenommen sind, undda sie zugleich die Vernunft zu ihrem Objecte hat. DieLogik ist daher eine Selbsterkenntniß des Verstandesund der Vernunft, aber nicht nach den Vermögen der-selben in Ansehung der Objecte, sondern lediglich derForm nach. Ich werde in der Logik nicht fragen:Was erkennt der Verstand und wie viel kann er er-kennen oder wie weit geht seine Erkenntniß? Denndas wäre Sclbstcrkenntniß in Ansehung feines mate-riellen Gebrauchs und gehört also in die Metaphysik.In der Logik ist nur die Frage: Wie wird sich derVerstand selbst erkennen?

Als eine der Materie und der Form nach rationaleWissenschaft ist die Logik endlich auch

5) eineDoctrin oder demonstrirteTheorie.'Denn da sie sich nicht mit dem gemeinen und als solchen,bloß empirischen Verstandes - und Vernunftgebrauche,sondern lediglich mit den allgemeinen und nothwendigenGesetzen des Denkens überhaupt beschäftiget: so beruhetsie auf Principien » priori, aus denen alle ihre Regelnabgeleitet und bewiesen werden können, als solche, denenalle Erkenntniß der Vernunft gemäß seyn müßte.

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