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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
13
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Einleitung.

z) Noch eine andre Eintheilung der Logik ist die intheoretische und praktische Logik. Alleinauch diese Cintheilung ist unrichtig.

Die allgemeine Logik, die, als ein bloßer Canon,von allen Objecten abstrahirt, kann keinen practischenTheil haben. Dieses wäre eine conn-säiLrili in scheLw,weil eine practische Logik die Kenntniß einer gewissenArt von-Gegenständen, worauf sie angewandt wird«voraussetzt. Wir kennen daher jede Wissenschaft einepractische Logik nennen; denn in jeder müssen wireine Form des Denkens haben. Die allgemeine Logik,als practisch betrachtet, kann daher nichts weiter seyn,als eine Technik der Gelehrsamkeit über«Haupt; ein Organon der Schulmcthode.

Dieser Cintheilung zu Folge würde also die Logiktinen dogmatischen und einen technischen Theilhaben. Der erste würde die Ele men tarleh re,der andre die Methodenlehre heißen kennen. Derpractische oder technische Theil der Logik wäre eine logi-sche Kunst in Ansehung der Anordnung und der logischenKunstausdrücke und Unterschiede, um dem Verständedadurch sein Handeln zu erleichtern.

In beyden Theilen, dem technischen so wohl alsdem dogmatischen, würde aber weder auf Objecte nochauf das Subject des Denkens die mindeste Rücksichtgenommen werden dürfen. In der letztem Bt-jiehung würde die Logik eingetheilt werde» können