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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
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Einleitung.

4) in die reine und in die angewandte Lo-gik.

In der reinen Logik sondern wir den Verstand vonden übrigen Gemülhskräften ab und betrachten, waser für sich allein thut. Die angewandte Logik betrach-tet den Verstand, so fern er mit den andern Gemüths-kraften vermischt ist, die auf seine Handlungen ein-stießen und ihm eine schiefe Richtung geben, so daß ernicht nach den Gesetzen verfährt, von denen er wohlselbst einsieht, daß sie die richtigen sind. Die an-gewandte Logik sollte eigentlich nicht Logik heißen. Esist eine Psychologie, in welcher wir betrachten, wie esbey unserm Denken zuzugchen pflegt, nicht, wie es zu-gehen soll. , Am Ende sagt sie zwar, was man thunsoll, um unter den mancherley subjectiven Hindernissenund Einschränkungen einen richtigen Gebrauch vomVerstände zu machen; auch können wir von ihr lernen,was den richtigen Vcrstandesgcbrauch befördert, dieHülfsmittel desselben oder die Heilungsmittel von logi-schen Fehlern uNd Irrthümern. Aber Propädevtik istsie doch nicht. Denn die Psychologie, aus welcher inder angewandten Logik alles genommen werden muß,ist ein Theil der philosophischen Wissenschaften, zu denendie Logik die Propädevtik seyn soll.

Zwar sagt man: die Technik, oder die Art undWeise , eine Wissenschaft zu bauen, solle in der ange-wandten Logik vorgetragen werden. Das ist aber ver-geblich, ja sogar schädlich. Man fängt dann an z»

bauen,