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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
22
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Einleitung.

viele nahmhaft« Unterschiede haben; nemlich M athe-matik und P h i l o so p h i e.

Man pflegt zn behaupten, daß Mathematik undPhilosophie demObjecte nach von einander unter,schieden wären, indem die erstere von der Quanti-tät, die letztere von derQualitat handele. Allesdieses ist falsch. Der Unterschied dieser Wissenschaftenkann nicht auf dem Objecte beruhen; denn Philosophiegehet auf alles, also auch auf ^i->nm, und Mathema-tik zum Theil auch, so fern alles eine Große hat. Nurhie verschiedene Art des Vernunfterkennt-nisses oder Vernunftgebrauch es in der Ma-thematik und Philosophie macht allein den specifischenUnterschied zwischen diesen beyden Wissenschaften aus.Philosophie, nemlich ist die Vernunft er kenn tuaus bloßen Begriffen, Mathematik hingegen dieWernunftcrken»triiß aus der Eonstructionder Begriffe.

Wir construiren Begriffe, wenn wir sie in derAnschauung s priori o-hne Erfahrung darstellen, oder,Wenn wir den Gegenstand in der Anschauung darstellen,der unserm Begriffe von demselben entspricht. DerMathematiker kann sich nie seiner Vernunft nach bloßenSegriffen; der Philosoph ihrer nie durch Eonstructionder Begriffe bedienen. In der Mathematik brauchtman die Vernunft in concrelo^ die Anschauung ist abernicht empirisch, sondern man macht sich hier etwas»xnori zmn Gegenstande der Anschauung.

Und