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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
24
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Einlei tnng.

Her Weisheit- die Gesetzgeberinn der Ver-nunft und der Philosoph in so ferne nicht Ver-nunftkün stler, sondern Gesetzgeber.

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Der Vernunfttünstler, oder, wie Socratts

ihn nennt, der Philod o,r, strebt bloß nach spekulati-vem Wissen,, ohne darauf zu sehen, wie viel das Wis-sen zum letzten Zwecke der menschlichen Vernunft bey«tragen er giebt Regeln für den Gebrauch der Vernunftzii allerley beliebigen Zwecken. Der practischc Philo«foph, der Lehrer der Weisheit durch Lehre und Bey«spiel,, ist der eigentliche Philosoph. Denn Philosophieist die Idee einer vollkommenen Weisheit, die uns die-letzten Zwecke der menschlichen Vernunft zeigt.

Zur Philosophie nach dem Schulbegriffe gehö-ren zwey Stücke:

Erstlich ein zureichender Vorrath von Vcrnunft-erkenntnissen; Fürs andre: ein systematischerZusammenhang dieser Erkenntnisse, oder eine Verbin-dung derselben in der Idee eines Ganzen.

Einen solchen streng systematischen Zusammenhangverstattet nicht nur die Philosophie, sondern sie ist so-gar Hie einzige Wissenschaft, die im eigentlichsten Ver-stände einen systematischen Zusammenhang hat, undallen andern Wissenschaften systematische Einheit giebt.

Was aber Philosophie nach dem Weltbegriff'e(in sensu co5mi»o) betrifft: so kann man sie such eine

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