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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
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^ ^.- ^ ^^vX^V ^> '/ l ^ "44 Einleitung.

der Grad des Bewußtseyns kleiner wird, obgleich alleOrdnung da ist. Dieses ist der Fall mit abstractenVorstellungen.

Die Deutlichkeit selbst kann eine zwiefache seyn:

Erstlich, eine sinnliche. Diese bestehetin dem Bewußtseyn des Mannigfaltigen in der An-schauung. Ich sehe z. B. die Milchstraße als einenweißlichten Streifen; die Lichtstrahlen von den einzel-nen in demselben befindlichen Sternen müssen nothwen-dig in mein Auge gekommen seyn. Aber die Vorstel-lung davon war nur klar und wird durch das Teleskoperst deutlich, weil ich jetzt die einzelnen in jenem Milch-streifen enthaltenen Sterne erblicke.

Zwcytens eine intellectuelle Deut-lichkeit in Begriffen oder Ver stände soeu?»lichkeit. Diese beruht auf der Zergliederung desBegriffs in Ansehung des Mannigfaltigen, das in ihmenthalten liegt. So find z. B- in dem Begriffe derTugend als Merkmahle enthalten i) der Begriff derFreyheit, 2) der Begriff der Anhänglichkeit an Regeln(der Pflicht), z) der Begriff von Ueberwältigung derMacht der Neigungen, wofern sie jenen Regeln wider«streikn. Losen wir nun so den Begriff der Tugend inseine einzelnen Bestandtheile auf; so machen wir ihneben durch diese Analyse uns deutlich. Durch dieseDeutlichmachung selbst aber setzen wir zu einem Be-griffe nichts hinzu;' wir erklären ihn nur. Es werden

, daher