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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
45
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Ein lest» ng.

daher bey der Deutlichkeit die Begriffe nicht dir Ma-terie, sondern nur der Form nach verbessert.

Reflectiren wir auf unsre Erkenntnisse in Ansehungder beyden wesentlich verschiedenen Grundvermögen derSinnlichkeit u.nd des Verstandes, woraus sie entsprin-gen : so treffen wir hier auf den Unterschied zwischen An-schauungen und Begriffen. Alle unsre Erkenntnissenemlichsind, in dieser Rücksicht betrachtet, entwederAnschauungen oder Begriffe. Die erstern habenihre Quelle in der Sinnlichkeit dem Vermögender Anschauungen; die letztem, im Verständedem Vermögen der Begriffe. Dieses ist der logifchsUnterschied zwischen Verstand und Sinnlichkeit, nachwelchem diese nichts als Anschauungen, jener hinge-gen nichts als Begriffe liefert. Beyde Grundver-mögen lassen sich freylich auch noch von einer andernSeite betrachten und auf eine andre Art definiren;nemlich, die Sinnlichkeit als ein Vermögen der Re-cept ivi tat, der Verstand als ein Vermögen derSpontaneität. Allein diese Erklckrungsart ist nichtlogisch, sondern metaphysisch. Man pflegtdie Sinnlichkeit auch das niedere, den Verstand da«gegen das obere Vermögen zu nennen,' aus demGrunde, weil die Sinnlichkeit den bloßen Stoff zumDenken giebt, der Verstand aber über diesen Stoff dis«ponirt und denselben unter Regeln »der Begriffe bringt.

Auf