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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
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Einleitung.

eben so »«weiser als ungerechter Vorwurf, der großenMannern, welche mit mühsamen Fleiße die Wissen-schaften bearbeiten, von schalen Kopsen gemacht wird,wenn diese hierbei) fragen: wozuistdas nütze?-Diese Zrage muß man, indem man sich mit Wissen-schaften beschäftigen will, gar nicht einmal auswerfen.Gesetzt, eine Wissenschaft könnte nur über irgend ei?mögliches Object Aufschlüsse geben, so wäre sie umdeswillen schon nützlich genug. Jede logisch vollkom-mene Erkenntniß hat immer irgend einen möglichenNutzen, der, obgleich uns bis jetzt unbekannt, dochvielleicht von der Nachkommenschaft wird gefunden wer-den. Hätte man bey Cultur der Wissenschaften im-mer nur auf den materiellen Gewinn, den Nutzen der-selben gesehen, so würden wir keine Arithmetik undGeometrie haben. Unser Verstand ist auch überdiesso eingerichtet, daß er in der bloßen Einsicht Bcfrie«digung findet und mehr noch als in dem Nutzen,der daraus entspringt. Dieses merkte schon Platoan. Der Mensch fühlt seine eigene Vvrtrcfflichkcit da-bey,' er empfindet, was es heiße, Verstand haben.Menschen, die das nicht empfinden, müssen die Thierebeneiden. Der innere Werth, den Erkenntnisse durchlogifche Vollkommenheit haben, ist mit ihrem äußern dem Werthe in der Anwendung nicht zuvergleichen.

Wie das, was außer unserm Horizonte liegt,fo fttn wir es nach unsern Absichten", als entbehrlich

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