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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
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57
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Einleitung.

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für uns, nicht wissen dürfen; so ist such das,was unter unserm Horizont liegt, so fern wir es,als schädlich für uns, nicht wissen sollen, nur ineinem relativen, keinesweges aber im absolutenSinne zu vorstehen.

In Absicht auf die Erweiterung und Demarka-tion unserer Erkenntniß sind folgende Regeln zu em-pfehlen :

Man muß sich seinen Horizont

l) jwar frühzeitig bestimmen, aber freylich docherst alsdann, wenn man ihn sich selbst bestimmenkann, welches gewohnlich vor dem sorenJahre nichtstatt findet^

s) ihn nicht leicht und oft verändern; (nicht von einemauf das andre fallen)

z) den Horizont Anderer nicht nach dem seinigen mes-sen, und nicht das für unnütz halten, was uns zuNichts nützt: Es würde verwegen seyn, den Hori-zont Anderer bestimmen zu wollen, weil man theilsihre Fähigkeiten, theils ihre Absichten nicht genugkennt;

4) ihn weder zu sehr ausdehnen, noch zu sehr ein-schränken. Denn der zu viel wissen will, weiß amEnde nichts, und der umgekehrt von einigen Dingenglaubt, daß sie ihn nichts angehen, betrügt sichD 5 oft;