6» Einleitung.
muß in keinem Fache ganz ignorant seyn, aber wohlkann man das historische Wissen einschränken, um sichdesto mehr auf das rationale zu legen, oder umgekehrt.
s) In subjektiver Bedeutung ist die Unwistfenhcit entweder eine gelehrte, scicntifische odereine gemeine. — Der die Schranken der Erkcnut-niß, also das Feld der Unwissenheit, von wo es an-hebt, deutlich einsieht — der Philosoph z.B. der eseinsieht und beweiset, wie wenig man ans Mangel anden dazu erforderlichen Datis in Ansehung dcrStructurdes Goldes wissen könne, ist kunstmaßig oder aufeine gelehrte Art unwissend. Der hingegen unwissendist, ohne die Gründe von den Gränzen der Unwissenheitei»zufthcn und sich darum zu bekümmern, ist es aufeine gemeine, nicht wissenschaftliche Weise. Ein solcherweiß nicht einmal, daß er nichts wisse. Demi mankann sich seine Unwissenheit niemals anders vorstellenals durch die Wissenschaft, so wie ein Blinder sich dieFinsterniß nicht vorstellen kann, als bis er sehendgeworden.
Die Kenntniß feiner Unwissenheit setzt also Wis.senschaft voraus, und macht zugleich bescheiden, dage-gen das eingebildete Wissen aufbläht. So war So.erates Nichtwissen eine rühmliche Unwissenheit/ eigent.lich ein Wissen des Nichtwissens nach seinem eigenenGeständnisse. — Diejenigen also, die sehr vieleKenntnisse besitzen und bey alle dem doch über die Menge
dessen,