Einleitung.
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dessen, was sie nicht wissen, erstaunen, kann der Vor«wurfd/er Unwissenheit eben nicht treffen.
Un tadelhaft (inculxslzilis) ist überhaupt dieUnwissenheit in Dingen, deren Erkenntniß über unsernHorizont geht; und erlaubt (wiewohl auch nur imrelativen Sinne) kann sie seyn in Ansehung des spekula-tiven Gebrauchs unserer Erkenntnißvcrmögen, so ferndie Gegenstände hier, obgleich nicht über, aber dochaußer unserm Horizonte liegen. Schändlich aberist sie in Dingen, die zu wissen uns sehr nöthig undauch leicht ist.
Cs ist ein Unterschied, etwas nichtwissen undetwas ignoriren, d. i. keine Notiz wovonnehmen. Es ist gut, viel zu ignoriren, was unsnicht gut ist zu wissen. Von beydem ist noch unter-schieden dasAbstrahir e n. Man abstrahirt abervon einer Erkenntniß, wenn man die Anwendung dersel-ben ignorirt, wodurch mau sie »bttracro bekommtund im Allgemeinen als Princip sodann besser betrachtenkann. Ein solches Abstrahieren von dem, was beyErkenntniß einer Sache zu unserer Absicht nicht gehört,ist Nützlich und lobenswerth.
Historisch unwissend sind gemeiniglich Vernunft-lehrer.
Das historische Wissen ohne bestimmte Gränzen istPolyhistoriei diese blähet auf. Polymarhiegeht auf das Vernunfterkenntniß. Beydes, das ohne
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